Babywindeln Test

Kaum 32 Jahre sind sie alt und nicht mehr wegzudenken: Wegwerfwindeln aus Zellstoff, Polyethylen und Klebeband. Im Herbst 1973 wurden die ersten Pampers in Deutschland verkauft. Wenige Jahre später hatten sie die Stoffwindel bereits weitgehend verdrängt. Rund sechs Millionen Windeln werden in Deutschland Tag für Tag verwickelt. Rund 95 Prozent sind Wegwerfwindeln. Die Stiftung Warentest hat 21 Babywindeln getestet und zeigt die besten Windeln für Ihr Kind.

Testsieger Pampers Active Fit

Klettverschlüsse, Elastikbündchen, atmungsaktive Außenhaut und Supersaugkörper: Moderne Wegwerfwindeln sind Hightech-Produkte. Mit den dicken rechteckigen Windelpaketen von einst haben sie kaum noch etwas gemein. Das gilt vor allem für die beste Windel im Test: Pampers Active Fit. Sie ist leicht, dünn, schmal und doch absolut dicht. test-Urteil: sehr gut, Note: 1,1. Der Hersteller – Procter & Gamble – verwendet besonders hochwertige Absorber und sehr saugfähige Zellulose. Der Kern der Windel wurde dadurch um 30 Prozent reduziert. Die Bündchen sind superelastisch. Der Schritt misst nur noch 70 statt der üblichen 95 bis 110 Millimeter. Das sieht besser aus und bietet den Kleinen mehr Bewegungsfreiheit. Billig ist die Hightech-Windel allerdings nicht. Preis: 25 bis 30 Cent pro Stück. Je nach Packungsgröße.

Teuer und sehr gut

Auch die anderen sehr guten Windeln im Test sind meist teuer. Stückpreis: bis zu 34 Cent. Bei einem Verbrauch von fünf Windeln am Tag macht das 51 Euro im Monat. Die Klassenbesten heißen Pampers Active Fit, Fixies Active Life Extra Class, Pampers Baby-Dry und Pampers Easy Up Pants, ein Windelslip zum Anziehen. Die Marktführer Procter & Gamble (Pampers) und Hartmann (Fixies) investieren viel in ihre Windeln. Neue Produkte werden meist über Jahre entwickelt und vor dem Marktstart aufwändig getestet. Das treibt den Preis. Sehr gut und relativ günstig ist aber Pampers Baby-Dry. Stückpreis: nur 18 Cent.

Gut gewickelt ab 15 Cent

Die Windeln der Discounter sind noch etwas billiger und durchaus gut. Empfehlenswert ist besonders Lidl/Cien air comfort maxi play (15 Cent). Sie läuft nicht aus, hält meist trocken und lässt sich bequem an- und ausziehen. Das gilt auch für babylove von Budnikowsky und dm. Sie kosten 17 beziehungsweise 16 Cent pro Stück. Gut und günstig sind auch die Windeln von Aldi und Plus: sie kosten nur 15 Cent pro Stück. Das macht im Monat etwa 22,50 Euro. Der Testsieger Pampers Active Fit ist doppelt so teuer.

Über 100 kleine Tester

Ganz so gut wie Pampers sind die Billigwindeln von Aldi & Co. allerdings nicht. Vor allem bei den Windeln von Aldi Süd, Plus und Rossmann entdeckten die Eltern beim Windelwechsel öfter mal einen feuchten Po. 288 Familien testeten die Windeln im Auftrag der Stiftung Warentest. Jedes Produkt wurde an mindestens 100 Kindern erprobt. Die Ergebnisse wurden sorgfältig protokolliert und durch Labortests ergänzt. Zwei Produkte fielen schließlich klar durchs Raster: Die Firstline Air Dry Windel von Markant und das babydream Trainingshöschen von Rossmann. test-Urteil: nur ausreichend. Beide saugen Urin schlecht auf. Der Kinderpo wird feucht, manchmal sogar nass. Das babydream Trainingshöschen lässt sich zudem schwer aufreißen.

Maxi bis 18 Kilogramm

Die Firstline Windel von Markant läuft häufig aus. Außerdem ist die Windel so eng geschnitten, dass sie die Kinder in ihrer Bewegung einschränkt. Die Eltern entdeckten Druckstellen: Schon bei Babys, die etwa zehn Kilo wogen. Eigentlich soll die getestete Windelgröße Maxi für Kinder bis 18 Kilogramm taugen. Schadstoffe sind bei den getesteten Windeln dagegen kein Thema. Die Stiftung Warentest untersuchte auf verbotene Azofarbstoffe, allergieauslösende Dispersionsfarbstoffe, krebsverdächtiges Formaldehyd sowie problematische Chlorverbindungen und Schwermetalle. Ergebnis: negativ. Die Windeln sind ok. Auch Tributylzinn TBT ist in den Windeln nicht nachweisbar. Greenpeace hatte im Frühjahr 2001 behauptet, das Hormongift TBT in Wegwerfwindeln gefunden zu haben.

Baumwollwindeln ausprobieren

Waschbare Baumwollwindeln sind in puncto Umweltschutz nicht automatisch besser. Zellstoffmüll und Produktionsaufwand für Wegwerfwindeln stehen gegen Wasser-, Energie- und Waschmittelverbrauch bei Mehrwegwindeln. Eine unabhängig erstellte Ökobilanz gibt es laut Umweltbundesamt noch nicht. Sicher ist: Baumwollwindeln sind etwas billiger und ergeben weniger Müll. Wegwerfwindeln sind einfach und bequem, wiegen aber schwer: Jedes Baby produziert im Laufe seines Windellebens gut eine Tonne Windelmüll. Auch für empfindliche Babyhaut können Baumwollwindeln von Vorteil sein: Viele Babys vertragen sie besser. Probieren Sie es aus, wenn die Einwegwindel Probleme macht.

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