Familien­ausflug. Julia und Simon Plentz tragen ihre Töchter: die neugeborene Nora im Tuch, die knapp zweijäh­rige Mila in der Trage.

Die Stiftung Warentest hat Trage­systeme und Babytragetücher getestet. Ergebnis: Nicht in allen Modellen sitzen Kinder sicher. Dabei gilt grund­sätzlich: Das Tragen tut allen Beteiligten gut. Eltern können sich frei bewegen, haben beide Hände frei und können sich um Geschwisterkinder kümmern. Die Kleinen fühlen sich in Tragetüchern und Trage­systemen sicher und geborgen.

Kompletten Artikel freischalten

TestBabytragen und Tragetücher im Testtest 01/2020
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 7 Seiten).

Kind tragen – viele Vorteile für Kind und Träger

Das Tragen fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind. Einige Studien belegen, dass Trage­kinder weniger schreien als andere. Oben­drein unterstützt die richtige Tragehaltung die gesunde Ausbildung der Hüfte. „Eine gesunde Hüfte im Kindes­alter ist die Grund­lage für ein schmerz­freies Leben im Alter“, sagt Professor Dr. Dr. Werner Siebert, Präsident der Deutschen Gesell­schaft für Ortho­pädie und Unfall­chirurgie.

Das bietet der Test Babytragen und Tragetücher der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 11 Tragen (Halb­schnallen- und Voll­schnallen­systeme) sowie vier Tragetücher (gewebte und elastische). Die Produkte eignen sich für Kinder ab der Geburt bis maximal drei Jahre. Die Preise reichen von 40 bis 179 Euro.

Kauf­beratung. Für das Kind eignen sich Tragetücher oft besser als Tragen. Sie passen sich an unterschiedliche Größen an, das Kind ist immer richtig gewi­ckelt. Eltern müssen allerdings eine Wickel­technik lernen. Wer dies nicht möchte, findet im Test auch gute Babytragen.

Tipps und Hintergrund. Etwa ab dem neunten Monat können Kinder in Tragen oder gewebten Tüchern auf dem Rücken sitzen. Zum Reinsetzen braucht es meist Helfer.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 1/2020.

Tragen oder Schieben – Eltern haben die Wahl

In der Evolution ist der menschliche Säugling ein Tragling. Auch heute tragen viele Eltern ihre Kinder – sei es zusätzlich zum Kinder­wagen oder ausschließ­lich (zum Test Kinderwagen). Vor dem Kauf einer Tragehilfe müssen sich Eltern zuerst für ein System entscheiden. Die Auswahl reicht von klassischen Tragetüchern über Voll­schnallen- und Halb­schnallen-Tragen. Hier einige Merkmale:

Waren­kunde: Tragetücher und zwei verschiedene Trage­systeme

Von links nach rechts: Ein Babytragetuch, eine Halb­schnalle-Trage, eine Voll­schnallen-Trage.

Babytragetücher – das bietet der Markt

Eltern, die sich für ein Tragetuch entscheiden, müssen aus einer Vielzahl von Wickel­techniken eine auswählen und erlernen. Es gibt gewebte und elastische Tücher. Die elastischen Tücher sind gestrickt, weich und passen sich der Körperform des Babys und der tragenden Person an. Sie dehnen sich etwas während des Tragens. Je nach­giebiger ein Tuch ist, desto exakter und fester muss es gebunden werden, um einen sicheren Sitz zu gewähr­leisten. Die gewebten Tücher sind stabiler und eignen sich daher auch, um größere Kinder zu tragen – sogar auf dem Rücken.

Voll­schnallen-Tragen – wie ein Ruck­sack

Sie werden nicht gewi­ckelt, sondern wie ein Ruck­sack aufgesetzt und mit Gurten (Schnallen oder Klett­verschluss) gesichert. Eltern sollten die Breite des Sitz­stegs regel­mäßig an das wachsende Kind anpassen.

Halb­schnallen-Tragen – einfache Verschlüsse

Sie vereinen die Vorteile der Voll­schnallentragen (einfache Verschlüsse) mit dem individuellen Binden und Anpassen der Tücher.

Die Beinchen des Babys sollten ein M formen

Nach der Geburt ist die Kinder­hüfte noch nicht fertig. Sie ist nur knorpelig vorgebildet und form­bar. Um Fehl­bildungen zu vermeiden, empfehlen Ortho­päden, Babys insbesondere in den ersten sechs Monaten in der Anhock-Spreiz­stellung zu tragen: Auf der Hüfte sitzend, zieht das Baby die Beinchen an und spreizt sie leicht. Von hinten sieht das aus wie ein M. Der Hüftgelenks­kopf befindet sich optimal in der Gelenk­pfanne. Die Hüfte kann ohne Fehl­stellung reifen.

Baby­kopf und Baby­beine brauchen Stütze

Einige Tragen verfügen jedoch teil­weise über ungüns­tige Sitz­stege. Sie lassen sich nicht individuell anpassen. Selbst die Beinchen der Kleinsten hängen unter Umständen ungestützt herunter. In der Haltung drückt der Hüft­kopf in die unreife Gelenk­pfanne und kann sie verformen. Nicht nur für die Beinhaltung sind manche Tragen unge­eignet – auch das Köpf­chen schla­ckert in ihnen ungestützt hin und her. In den ersten Lebens­monaten können Kinder den Kopf noch nicht selbst aufrecht halten. Daher ist die Kopf­abstüt­zung wichtig.

Väter, Groß­eltern können auch tragen

In der richtigen Haltung können Babys theoretisch rund um die Uhr getragen werden. Die Nähe zu den Eltern beruhigt sie und fördert ihre Entwick­lung. Auch Eltern profitieren vom Tragen: Sie haben beide Hände frei, können aufräumen, essen oder sich um Geschwisterkinder kümmern.

Mütter sollten nach der Geburt aber einige Wochen abwarten und sich von den Strapazen der Entbindung erholen. Die Gebärmutter zieht sich zurück, Verletzungen müssen heilen, der Beckenboden soll sich erholen und die Scham­beinfuge braucht Zeit, um wieder fest zu werden. In dieser Phase können Vater, Oma oder Opa das Neugeborene tragen, es beruhigen und so Kontakt aufbauen. Grund­sätzlich gilt für alle Träger: Lang­sam anfangen und Muskeln aufbauen.

Stokke und Fillikid mit Schad­stoffen

Manche Eltern tragen ihre Kinder viele Stunden pro Tag im Tuch oder in einer Trage. In dieser Zeit lutschen und knabbern die Kinder am Material, sie sabbern und schwitzen. Deshalb sollten die Tragen und Tücher frei von Schad­stoffen sein. Wir haben die strengen Grenz­werte für Spielzeug für Kinder unter drei Jahren angelegt. In der Fillikid-Trage fanden wir Form­aldehyd. Es kann die Haut reizen und Allergien auslösen. In der Stokke-Trage wiesen wir zwei Flamm­schutz­mittel nach: Eines ist als vermutlich Krebs erzeugend einge­stuft, das andere wird von Wissenschaft­lern genauso bewertet.

Das Kind kann zu Boden stürzen

Riskant sind auch die Halb­schnallentragen von Fidella und Limas: Die Schultergurte können in Rücken­position von den Schultern rutschen. Das Kind stürzt dann ungebremst zu Boden. Andere Tragen verhindern das mithilfe eines Brust­gurts. In Reaktion auf unseren Test legen Fidella und Limas nun ebenfalls Brust­gurte bei. Beide Unternehmen bieten Kunden, die bereits eine Trage ohne Brust­gurt gekauft haben, einen kostenlosen Gurt zum Nach­rüsten an.

Jetzt freischalten

TestBabytragen und Tragetücher im Testtest 01/2020
2,50 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 7 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 23 Nutzer finden das hilfreich.