Hypoal­lergene Anfangs­nahrung (HA): Eine Frage der Spaltung

Babymilch im Test Test

Nicht jede HA-Milch wirkt, sagt Andrea von Berg. Die Fach­ärztin für Allergologie leitet die Gini-Studie, die den Zusammen­hang von frühkindlicher Ernährung und Allergien untersucht.

Teilnehmer Ihrer Studie sind Kinder mit familiär bedingtem Allergierisiko. Sie beob­achten sie seit 15 Jahren – wie läuft das ab?

Wir haben den Kindern in den ersten vier Lebens­monaten eine von drei unterschiedlichen HA-Anfangs­nahrungen gegeben. Es zeigte sich, dass bestimmte der Produkte Allergien vorbeugen, vor allem Neuroder­mitis. Dieser Effekt entwickelte sich in den ersten vier bis sechs Lebens­monaten und blieb erhalten bis zum Alter von 15.

Worin unterscheiden sich die Babymilch­pulver, die Sie untersuchten?

Das Milch­eiweiß in ihnen ist auf unterschiedliche Art bearbeitet und gespalten, das heißt hydrolysiert. Ein Produkt war ein schwach gespaltenes Hydrolysat auf Molkenbasis, eines ein starkes Molkehydrolysat, das dritte eine stark hydrolysierte Nahrung auf Kaseinbasis.

Je stärker die Eiweiße gespalten, desto besser für Allergikerbabys?

Interes­santer­weise hat das starke Molkenhydrolysat im Gegen­satz zum schwachen Molken- und zum starken Kaseinhydrolysat kaum Wirkung gezeigt. Offen­bar hängt diese also nicht allein vom Grad der Spaltung ab. Am Basis­protein Molke oder Kasein liegt es auch nicht. Der Spaltungs­prozess selbst scheint Einfluss zu haben.

Gilt die vorbeugende Wirkung nur für Neuroder­mitis?

Bis zum 10. Lebens­jahr konnten wir nur eine vorbeugende Wirkung bei der Neuroder­mitis fest­stellen. Die aktuelle Unter­suchung hat aber gezeigt, dass auch Heuschnupfen und allergischem Asthma durch das schwache Molkehydrolysat und das starke Kaseinhydrolysat vorgebeugt wird. Wir hoffen, dass dieser Effekt bis zum Alter von 20 erhalten bleibt.

Hersteller ändern oft ihre Produkte. Hat das Einfluss auf ihre Wirkung?

Entscheidend ist, dass das jeweilige Hydrolysat beziehungs­weise der Hydrolyse­prozess der gleiche bleibt. Das ist beim schwachen Molkenhydrolysat Beba HA der Fall. Das von uns untersuchte starke Molkenhydrolysat Hipp HA hat mitt­lerweile ein anders hergestelltes Hydrolysat.

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