Ernährung im ersten Lebensjahr: Vom Babybrei bis zum Butterbrot

Idealerweise sollten Babys im ersten Lebensjahr nach einem „Baukastensystem“ ernährt werden, wie es das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt. Die Nährstoffprofile sämtlicher Mahlzeiten am Tag, also Muttermilch plus einmal oder mehrmals Breikost, ergänzen sich so zu einer ausgewogenen Ernährung.

Die ersten 4 bis 6 Monate

Am Anfang wird gestillt – ausschließlich. Das wird einhellig empfohlen und deckt den Energie- und Nährstoffbedarf des Säuglings voll ab, falls sich die Mutter gut ernährt. Ist Stillen nicht möglich, wird industriell hergestellte Milch zum Anrühren (Säuglingsanfangsnahrung) gegeben, erkennbar an „Pre“ oder „1“ im Namen. Die „reine“ Stillphase kann auch bis Ende des 6. Monats dauern.

Ab dem 5. Monat

Zwischen der 17. und 26. Woche wird erstmals Brei gefüttert, meist mittags. Er besteht in erster Linie aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch wie die „Menüs“ im Test. Dabei wird ganz zu Anfang jedes neue Lebensmittel einzeln mit einigen Tagen Abstand eingeführt(siehe Tipps). Den restlichen Tag über wird weiter Mutter- oder Fertigmilch gegeben. Vor dem 5. Monat sollte das Baby seinen ersten Brei nicht bekommen, da sich sonst das Allergierisiko erhöht.

Je nach Entwicklungsstand und Ende der Stillphase kann dieser Brei genau wie die folgenden auch je ein bis zwei Monate später eingeführt werden.

Ab dem 6. Monat

Eine weitere Stillmahlzeit, etwa am Abend, wird durch einen Milch-Getreide-Brei ersetzt. Er liefert viele Mineralstoffe, speziell Kalzium. Als Bestandteil des Breis ist Kuhmilch unbedenklich. Größere Mengen, etwa zum Trinken aus der Tasse, sollten Kinder nicht vor Ende des ersten Lebensjahres bekommen.

Ab dem 7. Monat

Wieder fällt einmal Stillen weg, stattdessen gibt es nun Getreide-Obst-Brei. Er ergänzt die Vitaminzufuhr. Zusätzlich sollte das Kind nun täglich eine Tasse Wasser oder für Säuglinge geeigneten Tee ohne Zucker zu trinken bekommen.

Ab dem 10. Monat

Das Kind beginnt mit der Familie zu essen. Es kann weiter gestillt werden, wenn gewünscht.

Überflüssig I

Säuglingsmilch mit „2“ oder „3“ im Namen ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht notwendig. Die Erstmilch zum Anrühren mit „1“ oder „Pre“ eignet sich auch noch nach Einführung des Breis prima für das ganze erste Jahr. Auf „Trinkbreie“ oder „Trinkmahlzeiten“ sollten Sie besser ebenfalls verzichten. Sie enthalten oft zu viele Kalorien.

Überflüssig II

Auch Fertigbreie mit Quark und Jogurt oder mit Keks und Schokolade sind im ersten Lebensjahr nicht ratsam. Die Babys gewöhnen sich so schon unnötig an Süßes. Und die Produkte mit Quark enthalten für die Nieren der Kleinen zu viel Eiweiß.

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