Babymenüs aus dem Glas sind doppelt praktisch: Schnell zubereitet und im Glas lange haltbar. Die Stiftung Warentest hat 15 Fertigmenüs mit Fleisch untersucht. Überzeugen konnten sie nicht. Es fehlt Fett und Vitamin C. test.de zeigt die besten Produkte und gibt Tipps zur gesunden Ernährung.

15 Menüs im Test

Gemüse, Kartoffeln und Fleisch: kindgerecht ohne Gewürze und püriert. Ab dem 5. Monat steigen Babys allmählich von Muttermilch auf Brei um. Sie lernen den Geschmack der verschiedenen Lebensmittel kennen und nehmen wichtige Nährstoffe auf. Mineralstoffe wie Eisen etwa. Ein gutes Babymenü bringt ausreichend Fett, Eisen und Vitamin C, aber auch Ballaststoffe und Kohlenhydrate. Selbst kochen ist aufwändig. Deshalb greifen viele Eltern zum Gläschenmenü. 15 Produkte hat die Stiftung Warentest untersucht. Fazit: Die Menüs enttäuschen leider. Sie sollten aufgepeppt werden, damit die Kleinen prächtig gedeihen.

Nicht komplett

Hauptkritikpunkt der Tester: Die Babymenüs sind keine gute Komplettmahlzeit. Der Brei aus dem Glas enthält zu wenig Fett. Ernährungsexperten empfehlen acht Gramm Fett pro Menü - nur vier bis sechs Gramm sind drin. Manchmal sogar noch weniger - wie bei Holle Bio Kürbis mit Huhn. Das Demeter-Menü enthält kaum 1,4 Gramm Fett pro Gläschen. Folge der mageren Fertigmenüs: Sie sättigen nicht gut genug. Auch Vitamin C fehlt. Das braucht der kleine Mensch, um Eisen besser zu verwerten. Ohne Vitamin C nimmt der Körper weniger Eisen auf. Eisen ist wichtig für das Wachstum. Doppelt ärgerlich: Viele Fertigmenüs enthalten ohnehin nur wenig Eisen.

Keine Keime

Der Vitaminmangel ist wohl auch Tribut an die keimfreie Produktion: Das intensive Kochen greift hitzeempfindliche Vitamine an. Positiv dagegen: Die Gläschen sind frei von Keimen. Schimmelpilzgifte und Pestizide waren nicht nachweisbar. Die Vorschriften für Babykost sind streng und die Anbieter halten sie ein. Viele Produkte tragen ein Biosiegel. Sie werden aus biologisch angebauten Zutaten hergestellt. Auch die Babymenüs aus herkömmlicher Produktion sind ohne Tadel.

Weichmacher bei Hipp

Kritik gab es in puncto Schadstoffe nur für Hipp Karotten mit Kartoffeln und Bio-Rind. Dieses Fertigmenü enthielt den Weichmacher Esbo (epoxidiertes Sojabohnenöl). 13 Milligramm pro Kilogramm. Nicht viel, nicht gefährlich und innerhalb der Grenzwerte. Deshalb noch befriedigend. Trotzdem gilt: Weichmacher gehören nicht in Lebensmittel. Die Anbieter verwenden sie für die Dichtungsringe im Deckel. Die Substanzen sollten aber nicht in den Brei übergehen.

Einfacher ist besser

Weniger ist mehr – das gilt auch für die Zutaten der Babymenüs. Einfache Kompositionen sind ideal. So kann sich der Säugling an die neuen Lebensmittel gewöhnen. Karotten pur sind ein guter Einstieg. Etwa im fünften Monat – nicht früher. Dann kommen Kartoffeln – später auch Fleisch dazu. Zwiebeln, Kräuter und Gewürze sind dagegen überflüssig. Positiv: Die Anbieter halten sich mittlerweile meist daran. Auch wer selbst kocht, sollte auf Salz und Gewürze verzichten.

Rapsöl und Saft dazu

Keines der getesteten Babymenüs ist von Haus aus perfekt. Alle sollten aufgepeppt werden. Etwas Rapsöl und ein Schuss Orangensaft oder Obst machen das Menü erst komplett. Insgesamt am besten sind Bebivita Gemüse-Spaghetti mit Pute und Rossmann Babydream Karotten mit Kartoffeln und Rindfleisch. Beide sind günstig: 79 Cent pro Gläschen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2333 Nutzer finden das hilfreich.