Babyfon „Smart Baby Monitor“ Schnelltest

Der „Smart Baby Monitor“

„Smart Baby Monitor“ heißt ein neues System zur Babyüberwachung. Es soll nicht nur Töne, sondern auch Bilder vom schlafenden Kind ohne Reich­weitenlimit auf die Apple-Geräte der Eltern übertragen. 308 Euro inklusive Versand kostet das Gerät. test.de klärt auf, ob es Eltern wirklich die Sorgen nimmt – und einwandfrei funktioniert.

Nutzungsbedingungen nur in Englisch

Die Inbetriebnahme des „Smart Baby Monitor“ erfolgt in mehreren Schritten: Den Sender ans Stromnetz anschließen, dann nach Anleitung über das Empfängergerät – das ein iPhone, ein iPad oder ein iPod touch von Apple sein muss – Bluetooth aktivieren. Im Test wurde das Babyfone vom Empfängergerät sofort erkannt. Anschließend müssen Nutzer auf ihrem Empfangsgerät ein Konto mit E-Mail-Adresse und Passwort anlegen und anschließend den Nutzungs- und Daten­schutzbestimmungen zustimmen. Ärgerlich: Diese Bestimmungen gibt es nur in englischer Sprache.

Absurde Abfrage von Kinderdaten

Nächster Schritt: Die drahtlose WLan-Verbindung über ein mitgeliefertes Zusatzprogramm einstellen. So weit, so gut. Doch dann wird es sonderbar: Um die Übertragung vom Babyfon zum Empfangsgerät aktivieren zu können, müssen Nutzer zwingend den Namen des Kindes, sein Alter und sogar das Geschlecht des Kindes eingeben. Warum das nötig ist, bleibt ein Geheimnis des Herstellers.

Instabile Verbindung per WLan

Verbunden werden können der „Smart Baby Monitor“ und das Apple-Gerät der Eltern über drei Wege: Über den WLan-Internetanschluß, über Bluetooth oder – wenn sich der Nutzer außerhalb der Reichweite von WLan oder Bluetooth befindet – über das mobile Internet, also das Handynetz. In der Praxis funktioniert das jedoch nicht zuverlässig. Selbst bei guter WLan-Versorgung brach die Verbindung im Test häufig ab. Problematisch ist zudem, dass ein flüssiger Übergang zwischen den verschiedenen Übertragungstechnologien nicht sichergestellt ist, beispielsweise zwischen Bluetooth und mobilem Internet. Im Test setzte die Übertragung während des Übergangs kurzzeitig aus. Wenn das iPhone den Streaming-Zugang über das mobile Internet nutzt, schaltet das Gerät beim nach Hause kommen nicht mehr automatisch in die zuvor verwendete Übertragungsform zurück. Der Nutzer hat keinen Einblick, mit welchem Übertragungsverfahren er gerade mit dem Sender im Kinderzimmer verbunden ist. Hier sind besorgte Eltern mit herkömmlichen Geräten Test Babyfons zumeist besser bedient.

Warnmeldung sorgt für Schrecken

Bei der Übertragung über das Handynetz erschien im Test nach 10 Minuten ein Hinweis auf dem Empfangsgerät, dass die Verbindung unterbrochen wurde und der Nutzer eine Verbindung über WLan nutzen sollte. Nach Bestätigung dieser Warnmeldung können Eltern die Verbindung dann zwar problemlos wieder über das Handynetz aufbauen – die Abbruchmeldung dürfte aber erst einmal für einen ordentlichen Schrecken sorgen.

Großer Zeitversatz bei Sprachverbindung

Eltern können auch ferngesteuert Fotos vom überwachten Nachwuchs machen und über das iPhone mit dem Kind sprechen. Das funktionierte im Praxistest jedoch nur sehr eingeschränkt. Grund dafür ist der große Zeitversatz zwischen dem Sende- und dem Empfangsteil. Sind Sender und Empfänger über das Handynetz verbunden, beträgt der Zeitversatz im Test etwa 6 bis 7 Sekunden. Bei einem solchen Zeitversatz ist Kommunikation mit kleinen Kindern praktisch unmöglich.

Mehrere Überwachungsmöglichkeiten

Das „Smart Baby Monitor“ überwacht den Schlaf des Kindes auf verschiedene Arten: Wacht das Kind auf und schreit oder ruft es, dann löst die erhöhte Lautstärke im Kinderzimmer eine Benachrichtigung auf dem Gerät der Eltern aus. Sie können einstellen, bei welcher Lautstärke und bei welcher Dauer des Geräusches die Benachrichtigung ausgelöst wird. Sie können zudem noch drei weitere Überwachungsarten nutzen: Neben der Geräuschüberwachung können ein Bewegungsmelder sowie Veränderungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer den Alarm auslösen.

Akku hält nicht lange

Die Akkuleistung des „Smart Phone Babymonitors“ ist wenig überzeugend. Im Modus „Videoübertragung“ hält der Akku lediglich 50 Minuten. Das heißt: Für einen sinnvollen Einsatz muss das Gerät immer ans Stromnetz angeschlossen sein. Je nachdem, wo das Babybett steht, kann das umständlich sein, wenn keine Steckdose in der Nähe ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 698 Nutzer finden das hilfreich.