Baby- und Kindershampoos Test

Haarewaschen muss sein. Tränen müssen dabei aber nicht kullern. Wir haben 17 Baby- und Kindershampoos überprüft. Nicht alle halten, was sie versprechen.

Wenn Babys beim Haarewaschen quietschen und strampeln, die größeren Kinder quengeln und jammern, weil Shampoo in den Augen brennt, liegen die Nerven bei Eltern und Kindern leicht blank. Vor allem, wenn es auch noch beim Kämmen ziept. Retten Baby- und Kindershampoos den Familienfrieden? Die Werbeversprechen auf Baby- und Kindershampoos sind nicht von schlechten Eltern: Brennt nicht in den Augen, sanft und mild zu Haut und Haaren, kein Ziepen.

Von den zehn geprüften Babyshampoos schnitten bis auf eine Ausnahme alle „gut“ ab. Bei den sieben Kindershampoos kamen drei auf das test-Qualitätsurteil „gut“, vier nur auf „befriedigend“.

Ideal war aber keins. Das liegt schon an den Duft- und anderen Inhaltsstoffen, die gerade für die empfindliche Kinderhaut unerwünscht sind. Andererseits: Die Shampoos werden schnell wieder ausgespült. Deshalb haben wir potenziell kritische Stoffe nicht bewertet, wohl aber zur Information in den Tabellen aufgeführt.

Drei Shampoos reizen Augen kaum

Natürlich soll ein Shampoo säubern. Und außerdem soll es besonders sanft zu Haut, Haaren und den Augen sein. Das klappt nur, wenn die Tenside – das sind die waschaktiven Substanzen, die für Sauberkeit sorgen – besonders mild sind. Auch sonst sollten sie möglichst wenige Inhaltsstoffe haben, die die Schleimhaut reizen könnten.

Zu prüfen, ob ein Shampoo in den Augen brennt, ist keine einfache Angelegenheit. Schließlich verbietet es sich, Shampoos zu Testzwecken in die Augen zu träufeln. Da helfen Ersatzmethoden. Mit ihnen kann im Laborversuch festgestellt werden, wie hoch das Reizpotenzial der Shampoos ist. Wir haben das anhand von Zellkulturen untersucht. Das Ergebnis: Am wenigsten reizende Stoffe haben drei Babyshampoos, die alle bei Discountern zu finden sind: bei Lidl, Rossmann und Müller. Sie wurden in diesem Prüfpunkt mit „sehr gut“ bewertet. Alle anderen waren „gut“ – bis auf das „befriedigende“ Schlusslicht Timotei Kids Shampoo.

Allerdings können auch die besten Laborergebnisse nicht garantieren, dass Tränen in jedem Fall ausbleiben, wenn Schaum in die Augen kommt. Denn Augen sind unterschiedlich sensibel. Manche reagieren sogar schon auf Wasser empfindlich. Dagegen hilft aber ein altes Hausmittel: Die Augen zukneifen.

Mit gebremstem Schaum

Wenn ein Winzling zum ersten Mal in der Wanne sitzt, zieren ihn – wenn überhaupt – meist nur ein paar feine Haare. Doch das ändert sich. Aus dem Flaum wird ein kräftiger Schopf, in dem sich mit der Zeit Schmutz ansammelt. Das gilt erst recht, wenn die lieben Kleinen durch den Sandkasten robben oder mit den Freunden toben. Dann heißt es: Waschen. Dabei macht viel Schaum viel Spaß. Er wird um so üppiger, je mehr und je intensivere waschaktive Substanzen im Shampoo stecken. Den Haaren bekommt das aber nicht unbedingt gut. So war bei den Shampoos von Schlecker, Edeka und Ihr Platz die Schaumentwicklung relativ reichlich, die Kämmbarkeit der Haare aber nur „befriedigend“.

Empfindliche Kinderhaut

Umgekehrt kann wenig Schaum bedeuten, dass die Tenside besonders mild sind. Und das ist gerade für Kinder wünschenswert. Denn je intensiver die waschaktiven Substanzen reinigen, desto mehr entfetten sie die Haut. Da Kinderhaut in den ersten Jahren noch relativ trocken und durchlässig ist, wäre das aber nicht günstig. Die Hornschicht und der Säureschutzmantel, der die tieferen Schichten schützen soll, ist noch nicht fertig ausgebildet. Erst vom vierten Lebensjahr an vervollständigt sich die Entwicklung der Haut, um das zwölfte herum ist sie dann abgeschlossen.

Dazu kommt: Etwa ein Drittel der Kinder sind Atopiker. Das heißt: Sie haben eine besonders trockene Haut, die noch empfindlicher und durchlässiger für reizende Stoffe ist als im Normalfall.

Dass der Schopf auch ohne allzu viel Schaum sauber und geschmeidig zu bekommen ist, zeigen die Babyshampoos von Lidl und Penaten. Weniger Schaum kann auch heißen, dass dem Shampoo Pflegestoffe für das Haar beigegeben wurden, die gleichzeitig das Schaumvolumen verringern.

Ganz ohne Ziepen geht es nicht

Ob viel oder wenig Schaum – ausschlaggebend für die Qualität eines Shampoos sind die Sanftheit der Inhaltsstoffe, das Wasch- und Pflegeergebnis. Und natürlich die praktische Anwendung wie Verteilen und Auswaschen, woran wir nicht viel zu bemängeln hatten.

Aber lange Haare nach dem Waschen wieder zu entwirren – das kann dauern. Und sogar schmerzhaft werden, wenn die Haare verfilzt und verknotet sind. Je stärker es ziept, desto mehr hapert es auch an der Pflege. Schließlich raut jedes Waschen die geschlossene Schuppenschicht der Haare auf. Und die schließt sich nicht immer vollständig, was den Kämmwiderstand erhöht.

Bei den Kindershampoos haben wir dieses Phänomen im Prüfpunkt „Vermeidung von Ziepen“ bewertet. Der Test bestätigte: Ein gewisser Wirrwarr lässt sich – zumindest bei längeren Haaren – nicht vermeiden. Aber reduzieren. Am besten, nämlich „gut“, schafften das drei 2-in-1 Shampoos, die eine Extrapflege ausloben: Avon, Garnier Ultra und Schauma. Alle anderen vermieden das Ziepen nur „befriedigend“.

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