Vitamin D und Fluorid

Vitamin D beugt Rachitis vor

Der Mensch kann aus dem Licht der Sonne über die Haut selbst Vitamin D bilden. Bei Säuglingen ist diese Fähig­keit aber noch nicht voll­ständig ausgebildet. Nehmen sie zu wenig Vitamin D auf, können sie Rachitis bekommen. Bei dieser Krankheit entkalken die Knochen und verbiegen sich infolgedessen. Da auch die Vitamin-D-Versorgung durch die Muttermilch zur Bedarfs­deckung bei Säug­lungen nicht ausreicht, empfiehlt die Deutsche Gesell­schaft für Kinder- und Jugend­medizin allen Säuglingen im ersten Lebens­jahr täglich – auch im Sommer – 10 bis 12 Mikrogramm Vitamin D3 zu geben – in Form von einer Tablette oder Tropfen. Bei im Winter geborenen Kindern gilt das auch für die Wintermonate des zweiten Lebens­jahres. Bei Tropfen ist es wichtig, die empfohlene Tropfenzahl genau einzuhalten, um eine Über­dosierung zu vermeiden. Einfacher zu dosieren sind Vitamin-D-Tabletten: Sie lassen sich gut auf einem Teelöffel mit abge­kochtem Wasser oder etwas Muttermilch auflösen und dem Kind vorsichtig einflößen. Klappt das nicht, kann man die Tablette direkt vor dem Stillen in die Wangeninnenseite des Kindes legen – dort löst sie sich beim Stillen auf.

Fluorid zur Karies­vorbeugung

Oft ist in den Vitamin-D-Tabletten auch Fluorid zur Vorbeugung von Karies enthalten. Kinder- und Zahn­ärzte sind sich aber uneins, ob Kinder Fluorid in Form von Tabletten aufnehmen oder fluoridierte Zahnpasta verwenden sollten.

  • Kinder­ärzte empfehlen üblicher­weise ab der Geburt eine Fluorid­tablette täglich mit 0,25 mg Fluorid. Das gilt nicht für ungestillte Babys, wenn das Wasser für die Fertigmilch mehr als 0,3 mg Fluorid pro Liter enthält. Den Fluorid-Gehalt des Leitungs­wassers veröffent­lichen die örtlichen Wasser­werke. Bei Mineral­wasser, das zur Zubereitung von Säuglings­nahrung geeignet ist, steht der Fluorid­gehalt auf dem Etikett.
  • Zahn­ärzte dagegen empfehlen zunächst keine Fluorid­tabletten, sondern ab dem Durch­bruch der ersten Milchzähne, diese einmal täglich mit einer geringen Menge fluoridhaltiger Kinder­zahnpasta (500 ppm) zu putzen – ab dem 2. Lebens­jahr zweimal täglich mit einer erbsen­großen Menge. Wenn über­haupt, sollten erst ab dem Durch­bruch der ersten Milchzähne Fluorid­tabletten gegeben werden. Diese wirken nämlich in erster Linie an der Zahn­oberfläche, wenn man sie im Mund zergehen lässt. Viele Babys schlu­cken die Tabletten aber einfach hinunter.

Um eine Über­dosierung zu vermeiden, sollten Eltern Fluorid­tabletten und fluoridhaltige Zahnpasta bis zum 2. Lebens­jahr nicht gemein­sam anwenden. Eine Über­dosierung kann sich durch weiße Flecken auf dem Zahn­schmelz der bleibenden Zähne und eine ungleich­mäßige Zahn­schmelz­bildung äußern.

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