Baby-Ernährung im ersten Lebens­jahr Special

Am Anfang geht nichts über Stillen: Muttermilch ist in den ersten vier bis sechs Monaten die beste Nahrung für Säuglinge. Wann aber sollten Eltern idealer­weise den ersten Löffel Brei füttern? Wie sinn­voll ist Folgemilch? Und mit welcher Nahrung beugen Eltern am besten Allergien vor? test.de gibt Tipps fürs erste Lebens­jahr.

Muttermilch zu Beginn am besten

Eine ausgewogene Ernährung im ersten Lebens­jahr fördert die Entwick­lung und kann zum Schutz vor Krankheiten beitragen. Die folgenden Empfehlungen zur gesunden Ernährung von Säuglingen stützen sich auf die Erkennt­nisse des Forschungs­instituts für Kinder­ernährung Dort­mund. Sie sind wissenschaftlich begründet und berück­sichtigen die körperliche Entwick­lung von Babys. Für die erste Zeit nach Geburt gilt: In den ersten Monaten ist Muttermilch die beste Wahl. Zwischen der 17. und 26. Woche sollte das Baby seinen ersten Brei bekommen. Monat für Monat ersetzt dann ein Brei eine Milchmahl­zeit.

Stillen beugt Allergien vor

In den ersten vier bis sechs Monaten wird einhellig empfohlen, zu stillen. Die Muttermilch deckt den Energie- und Nähr­stoff­bedarf des Säuglings voll ab und schützt vor Magen-Darm-Infektionen. Außerdem ist ausschließ­liches Stillen in den ersten vier Monaten die beste Vorbeugung gegen Allergien. Das Stillen fördert auch die Gesundheit der Mutter und die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Worauf Mütter beim Stillen achten sollten

Mütter sollten in der Still­zeit auf eine ausgewogene und abwechs­lungs­reiche Ernährung achten und ausreichend trinken – am besten zu jeder Still­zeit. Koffeinhaltige Getränke sind in Maßen erlaubt. Alkohol sollte jedoch die Ausnahme bleiben, er geht zum Teil in die Muttermilch über. Wenn die Mutter doch ein Glas Wein oder Bier trinkt, dann nach dem Stillen, damit der Alkohol­gehalt bis zur nächsten Still­zeit in der Muttermilch abnehmen kann. Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Vitamintabletten müssen stillende Mütter in der Regel nicht nehmen – bis auf Jod: Das Netz­werk „Gesund ins Leben“, ein Zusam­menschluss der relevanten Institutionen, Fachgesell­schaften und Verbände, die sich mit jungen Familien befassen, empfiehlt wie in der Schwangerschaft zusätzlich zur Verwendung von Jodsalz eine Tablette täglich mit 100 Mikrogramm Jod.

Wenn die Mutter nicht stillt

Ist Stillen nicht möglich oder reicht die Muttermilch nicht aus, ist das Baby mit industriell hergestellter Milch zum Anrühren (Säuglings­anfangs­nahrung) am besten versorgt. Damit können Babys genauso gut wachsen und gedeihen wie gestillte Babys. Zu erkennen ist die entsprechende Milch an der Vorsilbe „Pre“ oder „1“ im Namen. Mit „Pre“-Pulver angerührte Milch entspricht in ihrer Zusammenset­zung weit­gehend der Muttermilch. Sie enthält als Kohlenhydrat ausschließ­lich Milch­zucker (Laktose). Bei Anfangs­nahrung mit der Bezeichnung „1“ sind etwas glutenfreie Stärke und manchmal noch weitere Kohlenhydrate zugesetzt. Das macht die Milch dick­flüssiger als Muttermilch und „Pre“-Milch. Dass sie damit länger sättigt, ist nicht erwiesen.

Wann sich hypoal­lergene Nahrung empfiehlt

Säuglinge, deren Eltern oder Geschwister eine Allergie haben und die nicht gestillt werden, sollten sogenannte HA-Nahrungen (hypoal­lergene Nahrungen) bekommen. Darin ist das Eiweiß in kleinere Bausteine gespalten, die nicht so stark allergie­auslösend wirken. Spezial­nahrungen – zum Beispiele für Säuglinge mit Kuhmilcheiweiß­allergie – sollten Eltern mit dem Arzt absprechen. Soja-, Mandel- oder Reismilch sowie selbst­hergestellter Säuglings­milch aus Kuh-, Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch sind nicht für die Ernährung von Säuglingen geeignet.

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