Nachrichten-Archiv

BSE-Fleisch in der Nahrungskette. In Frankreich ist das Fleisch einer von BSE befallenen Rinderherde in die menschliche Nahrungskette gelangt. Das hat das Landwirtschaftsministerium in Paris bestätigt. „Wir sind sehr besorgt“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Bereits Anfang April war in der Herde eine erkrankte Kuh entdeckt worden. Die übrigen 166 Tiere wurden sofort getötet und vernichtet. Später stellte sich allerdings heraus, dass 21 Rinder zuvor verkauft worden waren. [12.06.2001]

Gefährliche Schummelei bei Rewe. Die Handelskette Rewe steht unter dem Verdacht, im großen Stil Tiefkühlfleisch aus dem vergangenen Jahr aufgetaut und verkauft zu haben. Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt. Wahrscheinlich handele es sich um 20 bis 30 Tonnen Fleisch von Tieren, die beim Schlachten noch nicht auf BSE getestet worden waren, glauben die Strafverfolger. Jedenfalls in einem Fall ist das Tiefkühlfleisch in einem Mainzer Minimalmarkt als Frischfleisch angeboten worden. Das hat Rewe bestätigt. Stattdessen hätte es mit dem Hinweis „aufgetaut – sofort verzehren“ gekennzeichnet werden müssen. Das übrige Tiefkühlfleisch sei als marinierte Ware angeboten worden und brauchte nicht gekennzeichnet zu werden, erklärte Rewe. [30.05.2001]

Trend zum Fachgeschäft. Ein halbes Jahr nach Aufdeckung des ersten deutschen BSE-Falls landet wieder mehr Rindfleisch auf deutschen Tellern. Die Fleischer-Fachgeschäfte melden wieder anziehenden Absatz. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Fleischer-Verbandes. Der Trend zurück zum Fachgeschäft gehe zu Lasten der Fleischtheken der Supermärkte. Der Verkauf von Rindfleisch habe bereits wieder 75 Prozent des Niveaus vor der BSE-Krise erreicht. [30.05.2001]

Neues Gesetz. Der Deutsche Bundestag hat ein neues Gesetz zur BSE-Bekämpfung beschlossen. Das Gesetz gibt dem Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft mehr Einfluss. Drei Gesetze können in Zukunft per Rechtsverordnung geändert werden: das Verfütterungsverbots-, das Tierseuchen- und das Tierkörperbeseitigungs-Gesetz. Das ist notwendig, um das Töten ganzer Rinderherden zu legalisieren. Das Tierseuchengesetz sieht die Massenschlachtung bisher nur für Seuchen vor, die von Tier zu Tier übertragen werden. Der BSE-Erreger wurde durch verseuchtes Tiermehl verbreitet. Weitere Übertragungswege sind denkbar, aber nicht gesichert. Das neue Gesetz sieht außerdem höhere Strafen für das Untermischen von Tiermehl in Viehfutter vor. Das Gesetz zur BSE-Bekämpfung wurde – ähnlich wie das Tiermehlverfütterungsverbot im Dezember – in nur einer Woche durchs Parlament gebracht. Der Bundesrat hat dem Gesetz heute zugestimmt. [16.02.2001]

Schutzkleidung für Schlachter. Das Bundesarbeitsministerium empfiehlt Arbeitern in Schlachthöfen Schutzkleidung zu tragen. Gesichtsmasken, Handschuhe und feuchtigkeitsabweisende Kleidung sollen eine BSE-Infektion ausschließen. Beim Töten und Zerlegen erkrankter Tiere kommen Schlachtarbeiter mit Risikomaterial wie Hirn und Rückenmark in Kontakt. Ob der BSE-Erreger über Schleimhäute und Verletzungen in der Haut aufgenommen werden kann, ist unklar. [07.02.2001]

Keine neuen Erkenntnisse. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat Presseberichte dementiert, nach denen der BSE-Erreger über Schleimhäute und Verletzungen in der Haut übertragen werden kann. Es lägen keine neuen Erkenntnisse vor. Das Tragen von Schutzkleidung in Schlachthöfen sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die BILD-Zeitung hatte vermutet, dass Experten von einer Ansteckung über die Schleimhäute ausgehen. [07.02.2001]

Strengere BSE-Tests. In Deutschland soll nur noch BSE-getestetes Rindfleisch verkauft werden. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat das Testalter für Schlachttiere auf 24 Monate gesenkt. Bisher waren BSE-Tests EU-weit bei Rindern ab einem Alter von 30 Monaten vorgeschrieben. [26.01.2001]

Schnelltest umstritten. Die Zuverlässigkeit der BSE-Schnelltests bei jungen Rindern ist umstritten. Die heutigen Testverfahren erkennen den BSE-Erreger erst ab einer gewissen Konzentration. Die Tests müssen verbessert werden, sagen Experten. [26.01.2001]

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