Weihnachten ohne Würstchen?

24. Dezember 2000. Das traditionelle Weihnachtsgericht, Kartoffelsalat und Würstchen, steht unter BSE-Verdacht. Schuld ist so genanntes Separatorenfleisch, das noch bis zum 1. Oktober für die Wurstherstellung verwendet wurde. Separatorenfleisch könnte den BSE-Erreger enthalten, da die Fleischreste aus der Nähe des Rückenmarks stammen. Die deutsche Fleischwirtschaft ruft Produkte die vor dem 1. Oktober hergestellt wurden aus den Läden zurück. Betroffen sind vor allem Würstchen-Konserven und Fertiggerichte.

Stichtag 1. Oktober

Als BSE-gefährdet gelten alle Fleischerzeugnisse, die so genanntes Separatorenfleisch enthalten. Dabei handelt es sich um Fleischreste, die maschinell von der Wirbelsäule der Schlachtiere abgelöst werden. Durch die Nähe zum Rückenmark besteht die Gefahr, dass Separatorenfleisch mit dem BSE-Erreger belastet wird. Der BSE-Erreger konzentriert sich im Rückenmark und im Gehirn. Seit dem 1. Oktober 2000 ist die Verarbeitung von Separatorenfleisch verboten. Alle verdächtigen Fleischprodukte, die vor dem 1. Oktober produziert wurden, sollen aus den Läden verschwinden.

Würstchen unter Verdacht

Betroffen sind vor allem Koch- und Brühwürstchen sowie Wurstkonserven und Fertiggerichte. Die freiwillige Rückrufaktion ist das Ergebnis einer Verhandlungsrunde zwischen Wirtschafts- und Verbraucherverbänden und dem Bundesgesundheitsministerium. Noch am Mittwoch hatten Politiker und Wirtschaftsverbände erklärt, dass von deutscher Wurst kein Risiko ausginge.

Importverbot für deutsches Rindfleisch

Die europäischen Nachbarn reagierten bereits. Belgien und die Niederlande haben deutsches Rindfleisch aus ihren Läden verbannt. Österreich verhängte ein Importverbot. Betroffen sind lebende Tiere, Embryonen, Samen, Frischfleisch sowie alle Produkte die Rindfleisch enthalten. Die Europäische Union kritisierte das Durcheinander in Deutschland. Die Verteilung der Zuständigkeit bei Bund und Ländern und die üblichen Schuldzuweisungen machten die Sache nicht leichter, sagte der EU-Agrarkommissar Franz Fischler.

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