BKK für Heilberufe Meldung

Ein Szenario wie bei der Schließung der City BKK, als andere Kassen die Aufnahme von Versicherten verweigerten, soll es bei der zum Jahresende geschlossenen BKK für Heilberufe nicht geben. Einzelne Kassen und auch die Kassenverbände kündigten bereits an, alle Versicherten seien bei ihnen willkommen. Unsichere Werbeversprechen einzelner Kassen sollten Versicherte aber kritisch prüfen. test.de informiert

Keine Kasse darf ablehnen

Schließt eine Krankenkasse, müssen sich die Mitglieder eine neue Kasse suchen. Dabei haben sie freie Wahl unter den geöffneten Krassen in ihrem Bundesland. Keine Kasse darf die Aufnahme von Mitgliedern und ihren mitversicherten Angehörigen verweigern – auch nicht aufgrund von Erkrankungen. Eine Gesundheitsprüfung gibt es nicht. Trotzdem hatten die Mitglieder der im Juli geschlossenen City BKK Probleme beim Kassenwechsel. Einige Krankenkassen lehnten die Aufnahme mit teils fadenscheinigen Begründungen ab (siehe Meldung City BKK: Nicht abwimmeln lassen). Das soll sich bei der BKK für Heilberufe nicht wiederholen. Die Kasse macht zum 31. Dezember dicht. Bis spätestens zum 14. Januar 2012 müssen die Mitglieder die Aufnahmebestätigung der neuen Kasse erhalten haben (siehe Meldung BKK für Heilberufe: Schließung zum Jahresende). Maximilian Gaßner, Präsident des Bundesversicherungsamtes erklärte, seine Aufsichtsbehörde werde das Verhalten der Kassen genau beobachten.

Erklärung der Kassenverbände

„Für uns ist es selbstverständlich, dass die Versicherten der BKK für Heilberufe bei den anderen Betriebskrankenkassen willkommen sind“, sagt Christine Richter, Pressesprecherin des BKK Bundesverbands gegenüber test.de. Ähnlich äußerten sich auch die Vorstandsvorsitzenden des AOK Bundesverbands und des Verbands der Ersatzkassen, Jürgen Graalmann und Thomas Ballast. Richter betonte zudem, die Mitglieder der BKK für Heilberufe sollten sich möglichst schnell eine neue Kasse suchen, damit ein reibungsloser Übergang sichergestellt werden kann.
Tipp: test.de berichtet in der Meldung Insolvenz von Krankenkassen ausführlich darüber, was Versicherte im Falle Kassenschließung beachten müssen.

Werbeversprechen prüfen

Bei der Wahl einer neuen Kasse sollten Versicherte der BKK für Heilberufe vor allem auf Service und Zusatzangebote achten. Denn in diesen Punkten unterscheiden sich die Kassen. Das gilt auch für den Zusatzbeitrag: Mittlerweile verlangen acht geöffnete Kassen diesen von ihren Mitgliedern, darunter auch die DAK und die BKK Gesundheit. Beide wollen gemeinsam mit der BKK Axel Springer im Januar zur DAK-Gesundheit fusionieren (siehe Meldung Fusion von DAK und BKK Gesundheit). Die DAK kündigte ebenfalls an, Versicherte der BKK für Heilberufe seien willkommen und würden sogar den Zusatzbeitrag sparen. Den will die neue DAK-Gesundheit ab April 2012 wieder abschaffen. Allerdings: Noch hat die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt (BVA), die Abschaffung nicht genehmigt (siehe Meldung DAK-Gesundheit: Zusatzbeitrag wird abgeschafft).

Gewissheit erst nach Genehmigung durch BVA

Eine Entscheidung wird für Januar erwartet. Für Versicherte heißt das: Auch wenn die DAK zuversichtlich ist, ab April keinen Zusatzbeitrag mehr zu verlangen, Gewissheit haben Versicherte erst nach der Entscheidung des BVA. Wer jetzt zur DAK oder der BKK Gesundheit wechselt, hat kein Sonderkündigungsrecht, sollte sich das BVA gegen die Abschaffung entscheiden. Eine Kündigung ist dann erst nach einer 18-monatigen Mitgliedschaft möglich. Hinzu kommt: Wechseln Versicherte der BKK für Heilberufe ab Januar zur DAK oder BKK Gesundheit, müssen sie definitiv bis März den Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich aufbringen. Welche Zusatzleistungen und Extras die neue DAK-Gesundheit bietet, steht ebenfalls erst nach der geplanten Fusion im Januar fest. Auch hier muss das BVA noch zustimmen.

Kassen vergleichen

Allerdings: Der Zusatzbeitrag ist nicht das alleinige Kriterium für die Kassenwahl. Etwa 95 Prozent der Leistungen sind gesetzlich geregelt und daher bei allen Kassen gleich. Unterschiede gibt es aber bei Service und Extraangeboten. Versicherte sollten daher darauf achten, dass die neu gewählte Kasse viele Zusatzleistungen bietet, die sie wünschen – zum Beispiel die Übernahme von Reiseimpfungen, Bonusprogramme, Patientenschulungen, spezielle Angebote für Chroniker oder Wahltarife. Der Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen hilft dabei: Er zeigt die Zusatzangebote von derzeit 92 geöffneten gesetzlichen Kassen und informiert über Zusatzbeiträge. Versicherte können bequem mehrere Kassen miteinander vergleichen und so die passende Kasse finden.
... zum Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen.

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