BKK für Heilberufe Meldung

Nun ist es amtlich: Die BKK für Heilberufe muss zum 31. Dezember dieses Jahres schließen. Die knapp 80 000 Mitglieder müssen sich jetzt eine neue Krankenkasse suchen. test.de sagt, worauf sie dabei achten sollten.

Finanzielle Schieflage

Einen Fusionspartner konnte die finanziell angeschlagene BKK für Heilberufe nicht finden (siehe Meldung BKK für Heilberufe: Fusion oder Schließung). Heute hat nun die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt (BVA), entschieden, die Kasse zum 31.12.2011 zu schließen. Zur Begründung heißt es, die BKK für Heilberufe habe bereits seit mehreren Jahren, auch schon vor Einführung des Gesundheitsfonds 2009, unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen und deutlich rückläufigen Mitgliederzahlen gelitten. Letztlich hätten die ergriffenen Sanierungs­maßnahmen nicht zum Erfolg geführt.

Neue Krankenkasse wählen

Für die verbliebenen knapp 80 000 Mitglieder der BKK für Heilberufe läuft nun der Countdown: Sie müssen sich eine neue Krankenkasse suchen. Dafür haben sie noch bis zu 2 Wochen nach der Schließung Zeit, also bis spätestens zum 14. Januar kommenden Jahres. Freiwillig versicherte Mitglieder haben noch drei Monate nach Schließung Zeit, sich eine neue Kasse zu suchen. So lange sollte aber niemand warten. Darauf weist auch der BKK Bundesverband hin. „Unser Ratschlag an die Versicherten der BKK für Heilberufe: Kümmern Sie sich am besten gleich, nachdem Sie Post von Ihrer Kasse erhalten haben, um Ihren Versicherungsschutz“, sagt Heinz Kaltenbach, Geschäftsführer des BKK Bundesverbands. Zwar sind ärztliche Behandlungen und andere Leistungen wie Krankengeld zu keiner Zeit gefährdet. Doch Versicherte der BKK für Heilberufe, die im kommenden Jahr ohne gültige Versichertenkarte zum Arzt gehen, müssen damit rechnen, dass dieser eine Privatrechnung ausstellt.

Hinweis: Suchen Sie sich schnell eine neue Krankenkasse. Versäumen Sie die Frist, wird Ihnen vom Arbeitgeber, dem Rentenversicherungsträger, der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter eine Krankenkasse zugewiesen. Verlangt die neue Kasse einen Zusatzbeitrag, haben Sie kein Sonder­kündigungs­recht. Sie können dann erst regulär nach einer 18-monatigen Mitgliedschaft in der Kasse erneut wechseln. Freiwillig versicherte Arbeitnehmer oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von 49 500 Euro im Jahr sowie freiwillig versicherte Beamte sollten sich unbedingt spätestens bis zum 14.01.2012 eine neue gesetzliche Kasse suchen. Versäumen sie die Frist, können sie sich nur noch privat krankenversichern.

Arzt muss behandeln

Wichtig für die Versicherten der BKK für Heilberufe: Kein Arzt darf eine Behandlung verweigern, denn der Krankenversicherungsschutz bleibt auch während des Kassenwechsels bestehen. Das gilt sowohl für Leistungen, die Versicherte derzeit in Anspruch nehmen (etwa Krankengeld oder eine Reha-Behandlung), als auch für Leistungen, die von der BKK für Heilberufe bereits genehmigt sind (etwa einen Heil- und Kostenplan oder einen Kuraufenthalt). In diesen Fällen übernimmt die neue Kasse grundsätzlich die Kosten.
Tipp: Da die neue Kasse über diese Leistungen meist noch keine Kenntnis hat, sollten Sie mit ihr Kontakt aufnehmen, um die Kostenübernahme zu klären und Verzögerungen bei der Gewährung von Leistungen zu vermeiden.

Freie Kassenwahl

Versicherte der BKK für Heilberufe erhalten in den kommenden Tagen Post von ihrer Kasse mit Informationen zur Schließung. Dieser Brief ersetzt die Kündigungsbestätigung. Versicherte müssen ihn bei der neuen Kasse abgeben. Ebenso müssen sie ihren Arbeitgeber, die Bundesagentur für Arbeit oder ihren Rentenversicherungsträger über die neue Kasse informieren. Es gilt: Versicherte haben freie Kassenwahl unter allgemein geöffneten Krankenkassen in ihrem Bundesland. Keine Kasse darf Versicherte ablehnen, auch nicht aufgrund von Vorerkrankungen oder chronischen Beschwerden. Ein Szenario, wie es ehemalige City-BKK-Versicherte erlebt haben, die von anderen Kassen abgewimmelt wurden, soll es dieses Mal nicht geben, darauf wiesen BKK Bundesverband und auch das BVA hin.

Produktfinder Krankenkassen

Da etwa 95 Prozent der Leistungen bei allen Kassen gleich sind, müssen Versicherte durch den Wechsel keine großen Einschränkungen befürchten. Die Unterschiede zwischen den Kassen gibt es vor allem bei Extras und Zusatzangeboten wie Wahltarifen, Bonusprogrammen, der Übernahme von Reiseimpfungen oder auch einer homöopatischen Behandlung auf Chipkarte. Eine Übernahme dieser speziellen Angebote durch die neue Kasse ist nicht garantiert. Versicherte sollten sich vor einem Wechsel daher gut informieren und eine Kasse wählen, die optimal passt. Hilfe dabei bietet der Produktfinder Krankenkassen. Er informiert über Extras und Zusatzangebote von derzeit 92 geöffneten Kassen. Ebenso gibt er Auskunft, welche Kassen einen Zusatzbeitrag verlangen oder dies ausschließen.
... zum Produktfinder Krankenkassen

Telefon-Hotline für Versicherte

Versicherte der BKK für Heilberufe können sich bei Fragen rund um die Schließung an eine Telefon-Hotline wenden. Diese ist von Montag bis Freitag jeweils zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr erreichbar.

  • Pflichtversicherte: 02 11/69 82 80 80
  • Freiwillig Versicherte: 02 11/69 82 80 90

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