"Herzlichen Glückwunsch!", gratulierte die BHW-Bausparkasse ihrer Kundin Ulrike S. zur Rückzahlung ihres Bauspardarlehens. Doch der Glückwunsch war nur die Einleitung zu einer dreisten Verkaufsmasche.

Viele Kunden, so das BHW, sorgen nicht ausreichend für später anfallende Reparaturen vor. "Unter Umständen fällt dann sogar ein teurer Baukredit an. Damit es Ihnen nicht so geht, haben wir für Sie eine Vorsorge-Bauspar-Urkunde ausstellen lassen." Ungefragt hatte Ulrike S. einen neuen Bausparvertrag mit einer Bausparsumme von 30.000 Mark, 300 Mark Abschlussgebühr und einer monatlichen Sparrate von 90 Mark. "Der Sparbeitrag wird wie bisher bequem von Ihrem Konto abgerufen", informiert das BHW. Wenn die Kundin gar kein Bausparkonto haben will, solle sie entweder ein persönliches Beratungsgespräch führen oder innerhalb einer Frist von vier Wochen eine "Verzichts-Erklärung" an das BHW schicken.

Solche Schreiben gingen laut BHW "als Test" an rund 2.000 Altkunden. Nach Protesten von Kunden und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen machte die Bausparkasse einen Rückzieher. Falls ein Kunde nicht ausdrücklich zustimme, werde der Vertrag wieder zurückgenommen, erklärt BHW-Pressesprecher Matthias Schnabel.

Bleibt zu hoffen, dass der Test der Bausparkasse so gründlich misslungen ist, dass er weder eine Fortsetzung noch Nachahmer findet.

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