BGH-Urteil gegen Ryanair Meldung

Gebühren für Kreditkartenzahlung sind bei Billigfliegern üblich. Doch die meisten gestatten wenigstens kostenlose Bezahlung mit EC-Karte. Nur Ryanair nicht. Der Bundesgerichtshof verurteilte die irische Fluggesellschaft nun, ein gängiges kostenloses Bezahlverfahren für Flugbuchungen anzubieten.

Teuer statt billig

Regelmäßig wirbt Ryanair mit Billigtickets für wenige Euro. Hinzu kommen jedoch Gebühren für aufgegebenes Gepäck, für den Check-In und für die Bezahlung. So steigt der Flugpreis schnell auf ein Vielfaches. Allein für die Bezahlung kassiert Ryanair fünf Euro pro Person und Flug. Auf innerdeutschen Strecken sogar 5,90 Euro. Dagegen klagte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Einzige Ausnahme war zum Zeitpunkt der Klageerhebung die Visa Electron-Karte. Nur mit dieser in Deutschland kaum erhältlichen Karte konnten Ryanair-Kunden ohne weitere Gebühren bezahlen.

Unangemessene Benachteiligung

Der Bundesgerichtshof sah darin eine unangemessene Benachteiligung der Kunden. In seinem Urteil (Az. Xa ZR 68/09) entschied das Gericht, der Kunde müsse die Möglichkeit haben, "die Zahlung auf einem gängigen und mit zumutbarem Aufwand zugänglichen Weg zu entrichten, ohne dass dafür an den Zahlungsempfänger eine zusätzliche Gebühr zu bezahlen ist". Das Urteil ist bereits rechtskräftig, Revision ausgeschlossen.

Kein gängiges Zahlungsmittel

Inzwischen hat Ryanair reagiert: Statt mit Visa Electron können Kunden nun mit der Mastercard Prepaidkarte kostenlos Flüge buchen. Doch auch Mastercard Prepaidkarten sind in Deutschland kein gängiges Zahlungsmittel. Sie werden nur von wenigen Banken angeboten und kosten zwischen 20 und 30 Euro im Jahr. Mit ihrem im Voraus aufgeladenen Guthaben richten sie sich an Eltern, die ihren Kindern eine Kreditkarte mit Limit geben wollen. Oder an Personen mit schlechter Schufa-Beurteilung, denn für die Prepaid-Karten erfolgt keine Bonitätsprüfung. Die meisten Ryanair-Kunden müssten sich jedoch erst eine solche Mastercard Prepaid-Karte beschaffen.

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