Kunden der in Schieflage geratenen BFI Bank AG bekommen einen Teil ihres Geldes zurück. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat heute den Entschädigungsfall festgestellt. Innerhalb der nächsten Tage wird die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken in Berlin betroffenen Kunden die Entschädigung per Brief ankündigen. Geschädigte erhalten 90 Prozent ihrer Einlagen, höchstens allerdings 20.000 Euro.

Opfer der Börsenkrise

Bereits Anfang April hatte die Bankenaufsicht ein so genanntes Moratorium über die Dresdner BFI Bank AG verhängt, nachdem notwendige Wertberichtigungen mehr als die Hälfte des Eigenkapitals aufgezehrt hatten. Von der Bank vorgeschlagene Maßnahmen zur Sanierung hielten die Beamten nicht für ausreichend. Die BFI Bank beantragte daraufhin die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Gegenüber ihren Kunden wies das Institut zum Februar Verbindlichkeiten in Höhe von 216 Millionen Euro aus. Der größte Teil davon sind Fest- oder Termingelder. Knapp 27 Millionen Euro entfallen auf Spareinlagen.

Folgen für die Kunden

Die Beamten der Bankenaufsicht gehen davon aus, dass die Bank nicht in der Lage ist, sämtliche Einlagen zurückzuzahlen und die Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften vollständig auszugleichen. Inhaber von Spareinlagen bei der Bank verlieren einen Teil ihres Geldes. Eine Entschädigung in Höhe von 90 Prozent, höchstens allerdings 20.000 Euro pro Einzelfall, zahlt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) in Berlin an Betroffene aus. Nach Angaben eines EdB-Sprechers erhalten Betroffene innerhalb der nächsten Tage einen Brief. Auf die Entschädigung selbst müssen sie allerdings noch warten. Wenn nichts dazwischen komme, werde die Entschädigung nach etwa drei Monaten abgeschlossen sein.

Wertpapiere in Sicherheit

Depot-Kunden der BFI Bank erleiden keinen Schaden. Die Wertpapiere im Depot sind und bleiben Eigentum des Kunden. Allerdings müssen Sie sich eine neue Bank suchen und bei der BFI Bank AG die Übertragung des Depots an diese Bank beantragen.

Attraktive Angebote nicht von Dauer

Die BFI Bank AG war nach dem Mauerfall die erste Privatbankgründung in Dresden. Außer dem Stammhaus in Dresden unterhielt das Institut Niederlassungen nur in Würzburg und Luxemburg. Über so genannte Repräsentanten brachte die BFI Bank AG ihre Kredit- und Geldanlageangebote unters Volks. Dabei warb das Unternehmen mit lukrativen Zinssätzen um die Gunst der Kunden.

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