Die New Yorker Firma Business Capital Investors (BCI) soll 4 000 Anleger um Millionen von Euro betrogen haben. Renditen für Neuanleger sind vermutlich mit Geldern von Neuanlegern gezahlt worden, mutmaßt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Finanztest hatte die Firma bereits 2005 auf die Warnliste gesetzt.

„Keine renditeträchtige Geschäftstätigkeit“

Um rund hundert Millionen Euro soll die Business Capital Investors (BCI) Anleger geprellt haben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt wegen Kapitalanlagebetrugs. Sie hat den Verdacht, dass die BCI an Anleger ausgezahlte Renditen in Höhe von 15,5 Prozent nach dem Schneeballsystem aus neu eingehenden Anlegergeld finanziert hat. Eine „renditeträchtige Geschäftstätigkeit“ habe man bei der BCI nicht feststellen können, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann.

Drei Verantwortliche verhaftet

Im Rahmen einer Großrazzia rückten Ende November mehr als 120 Ermittler in Deutschland, Litauen, Spanien und Kanada aus und durchsuchten Büroräume der BCI. In Deutschland verhafteten die Ermittler drei Vermittler. Sie werden verdächtigt, Anleger zu Investitionen in das dubiose Schneeballsystem verleitet zu haben.

Finanztest warnte bereits 2005

Bereits 2005 hatte Finanztest über das Anlagesystem der BCI berichtet und die Firma auf die Warnliste gesetzt. Damals hatte der Finanzvermittler Bernd Richter aus Bergheim Anleger für eine Mindestbeteiligung von zwölf Monaten geködert und ihnen dafür eine völlig unrealistische Rendite von 15,5 Rendite in Aussicht gestellt. Ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gegen Richter erlassenes Verbot, die BCI-Anlagen zu vermitteln, verlief genauso im Sand wie das Verbot gegen einen Aachener Rechtsanwalt, Anlegergeld für die BCI als Treuhänder entgegen zu nehmen. Richter profitierte von einer Gesetzesänderung, wonach die von ihm für die BCI betriebenen Geschäfte nicht mehr von der Bafin genehmigt werden mussten.

Schaden wurde im Laufe der Jahre immer größer

Der Schaden von damals 3,7 Millionen Euro erhöhte sich bis heute auf rund einhundert Millionen Euro. Besonders bitter: Schon damals äußerte die Bafin den Verdacht, dass nur 160 000 Euro der eingesammelten 3,7 Millionen Euro überhaupt an die BCI weitergeleitet wurden. Der Großteil des Geldes soll für Provisionen der Vermittler draufgegangen sein.

Hotline für Geschädigte

Da bisher längst nicht alle Namen betrogener Anleger bekannt sind, hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eine Hotline für Geschädigte eingerichtet. Sie ist unter der Telefonnummer 02 11-9 39 15 64 zu erreichen.

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