BBBank muss Provisionen offenlegen Meldung

Die BBBank hat für nicht mal eine Stunde Beratung eines Rentner insgeheim 4 400 Euro erhalten. Das verriet die Bank erst, nachdem sie dazu verurteilt war. Der Anwalt des Renters prüft jetzt Herausgabe- und Schadenersatzforderungen.

Teurer Rat

Knapp eine Stunde unterhielt sich der BBBank-Berater mit dem Rentner. Am Ende unterschrieb dieser den Auftrag, Anteile an zwei Aktien- und einem Lebensversicherungsfonds für insgesamt 65 000 Euro zu kaufen. Was er nicht wusste: Als erstes profitierte die BBBank von dem Geschäft. 4 400 Euro erhielt sie von den Anbietern der Fonds – hinter dem Rücken des Anlegers.

Zu Lasten des Anlegers

Anlegeranwalt Mathias Nittel staunt: „Was die Bank hier in nicht einmal einer Stunde bekommen hat, verdienen viele nicht mit einem Monat harter Arbeit.“ Besonders niederträchtig: Die Provision der Bank geht zu Lasten der Altersvorsorge des Rentners. Statt der vollen 65 000 Euro stehen nur noch knapp 61 000 Euro zur Verfügung, um Rendite für die Zukunft zu erwirtschaften, nachdem die Fondsanbieter der BBBank diese so genannten „Kick-Back“-Zahlungen überwiesen hatten.

Infos erst nach Klage

Obwohl die Rechtslage klar ist: Erst auf eine Klage des Rentners hin verriet die BBBank, wie viel Provision sie kassierte. Das Amtsgericht Heidelberg verurteilte das Geldinstitut. Die Bank legte noch Berufung ein, nahm diese aber zurück, nachdem die Richter am Landgericht ihren Anwälten klar gemacht hatten: Das ist aussichtlos.

Weitere Klagen möglich

Der Rentner und sein Anwalt prüfen jetzt, ob sie die Genossenschaftsbank auf Schadenersatz und auf Herausgabe der Provisionen verklagen. Beide Forderungen haben nach der Auskunft über die Provisionszahlungen gute Aussicht auf Erfolg.

Tipps für Betroffene

Wer nach Beratung durch eine Bank über das Geldinstitut Fondsanteile gekauft und damit Verluste erlitten hat, sollte sich unbedingt von einem in Geldanlagefällen erfahrenen Rechtsanwalt beraten lassen. In zahlreichen Fällen sind Banken auch nach vielen Jahren noch zum Schadenersatz verpflichtet.

Amtsgericht Heidelberg, Urteil vom 28. Juli 2010
Aktenzeichen: 29 C 139/10

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