Ayurveda-Präparate Meldung

Ayurveda­medizin: Nutzen und Risiken sind sehr sorgfältig abzuwägen.

„Ayurveda“ ist Sanskrit und die „Wissen(schaft) vom Leben von der Langlebigkeit“. Jetzt haben Forscher in Pflanzenmitteln Gift gefunden.

In einer Stichprobe handelsüblicher Ayurveda-Arzneimittel war jedes fünfte Präparat mit zum Teil hohen Konzentrationen an Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Arsen belastet. Das hat eine Wissenschaftlergruppe aus Boston ermittelt. Die Ergebnisse wurden in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht. Untersucht wurden 70 verschiedene freiverkäufliche Ayurveda-Präparate von 27 Herstellern aus Indien und Pakistan.

Hohe Dosen: Die Einnahme könne, so die Autoren, zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Die Hälfte der Arzneimittel empfahlen die Hersteller sogar für Kinder.

Kaum Zufall: Da die verunreinigten Präparate von elf verschiedenen Herstellern in Südasien stammten, sei eine zufällige Häufung in der Stichprobe eher unwahrscheinlich, heißt es. Anwender ayurvedischer Arzneimittel wären deshalb potenziell gefährdet. Die Wissenschaftler empfehlen behandelnden Ärzten die Entnahme von Blutproben bei Patienten, die regelmäßig ayurvedische Medizin einnehmen.

Deutschland: Auch in Deutschland sind Einzelfälle von Bleivergiftung durch Ayurveda-Medizin bekannt. Arzneimittelexperte Professor Gerd Glaeske, Universität Bremen: „Wer regelmäßig Ayurveda-Präparate einnimmt, sollte bei Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und körperlicher Schwäche eine Schwermetallvergiftung in Betracht ziehen und eine Blutuntersuchung vornehmen lassen.“

Keine Arzneimittel: Ayurveda-Präparate sind hierzulande keine Arzneimittel. Ihre pharmazeutische Qualität wird deshalb nicht regelmäßig überprüft.

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