Axa Colonia Krankenversicherung: Interview Meldung

Die Axa Colonia Krankenversicherung hat laut Statistik des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen (BAV) im Jahr 2000 unter allen Krankenversicherern die meisten Beschwerden kassiert: rund 30 je 100.000 Versicherte. Direktor Helmut E. Schmidt nimmt dazu Stellung.

Warum sind Sie so böse zu Ihren Kunden?

Schmidt:

Sind wir gar nicht. Die Beschwerden sagen über die Kundenfreundlichkeit eines Unternehmens nichts aus.

Wem soll man denn glauben, wenn nicht der Statistik der zuständigen Aufsichtsbehörde?

Schmidt:

Leider achtet das BAV nicht genau darauf, ob die Vergleichszahlen richtig sind. Bei manchen Unternehmen wird die Zahl der Versicherten zu hoch erfasst. Dadurch sinkt die Beschwerdequote. Die Aufsicht müsste dies genauer prüfen, macht aber bislang allenfalls Stichproben.

Eine Beschwerde zur Beitragsanpassung bei drei Tarifbausteinen sollte auch nicht drei Mal gezählt werden. Von über 100 Beschwerden bei uns waren gerade mal sieben begründet ­ auch das geht aus der BAV-Statistik nicht hervor. Ein weiterer Mangel: Die Beschwerden des ganzen Jahres werden auf den Versichertenbestand vom Jahresanfang bezogen. Damit stehen stark wachsende Unternehmen wie wir schlechter da. Als Stichtag sollte der 30. Juni gewählt werden.

Was tun Sie denn selbst, um Ihren Kunden weniger Grund zur Klage zu geben?

Schmidt:

Viele Beschwerden beziehen sich auf Beitragsanpassungen ­ daran ist nichts zu ändern. Die Rechenwerke, die jeder Erhöhung zugrunde liegen, sind von einem Treuhänder überprüft. Wir tun aber etwas, um die Beiträge stabil zu halten: Wir passen auf, keine unangemessenen Preise für medizinische Leistungen zu zahlen. Zum Beispiel, indem wir Arztrechnungen unserer Kunden checken.

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