Avanio Internetzugang Meldung

Beim genauen Blick in die Telefonrechnung droht manche unliebsame Überraschung. Auch weit über ein Jahr nach der Umstellung auf eine kostenpflichtigen Mitgliedschaft gibts reichlich Ärger um den Internetzugang Avanio. So viel steht fest: Bei zahlreichen Surfern stehen ab August 2005 unter dem Stichwort Avanio monatlich 4,50 Euro auf der Telefonrechnung, ohne dass sie die Rufnummer des Unternehmens im Rech­nungs­zeit­raum über­haupt ge­nutzt ha­ben. test.de erklärt die Hintergründe und sagt, wie Sie sich gegen unabsichtlich ausgelöste Gebühren wehren.

Reichlich Einzelfälle

Avanio Internetzugang Meldung

Der Least-Cost-Router-Einsatz im Sommer 2005 hat zuweilen noch heute teure Folgen.

Bis Juni 2005 bot das Un­ter­neh­men unter der Rufnummer 0 193 5 15 15 die Einwahl ins Internet zu einem günstigen Minutenpreis an. Dann stellte es die Geschäftsbedingungen um und führte einen Mitgliedsbeitrag von monatlich 4,50 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer ein. Avanio-Mitglied kann nur werden, wer sich ausdrücklich registrieren lässt und die Geschäftsbedingungen von Avanio akzeptiert, versicherte Rechtsanwalt Arthur Waldenberger gegenüber teltarif.de. Allenfalls im Einzelfall sei vorstellbar, dass Surfer ohne bewusste Registrierung für einen kostenpflichtigen Tarif als Kunden im Avanio-Computer landeten, erklärte der Anwalt. Diese Einzelfälle häufen sich allerdings offenbar. Hunderte von Surfern beschweren sich in einschlägigen Internetforen über die Avanio-Gebühren. Unisono versichern sie: Wir wollten keine Mitgliedschaft und haben uns nicht als Mitglieder registriert. Noch etwas haben alle Fälle gemeinsam: Die Surfer haben einen so genannten Least-Cost-Router wie den Smartsurfer verwendet. Solche Programme ermitteln die günstigsten Internet-by-Call-Tarife und verwenden zur Einwahl ins Internet stets die Rufnummer, die nach den Informationen in der Tarifdatenbank gerade am billigsten ist. Zeitweise war der Avanio-Tarif am günstigsten. Also verbanden die Least-Cost-Router Surfer, die sie installiert haben, automatisch mit Avanio.

Zahlen ohne Surfen

In die Mitgliedschaftsfalle tappten die Nutzer auf diese Weise schon ab Juni 2005. Schon damals bot Avanio seinen Internetzugang nur für Mitglieder an. Zunächst fiel das allerdings nicht auf. Bis Ende Juli war die Mitgliedschaft nämlich noch kostenlos. Die Eintragung von Nutzername und Passwort übernahm wie bei Internet-by-Call-Tarifen offenbar die Least-Cost-Software - mit Folgen: Ab August kostete die avanio-Mitgliedschaft 4,50 Euro pro Monat - auch für Surfer, die die Avanio-Einwahl zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr nutzten. Die gesetzlichen Vorgaben für Telefontarife verletze das nicht, erklärte die für Tarife im Telefonnetz zuständige Bundesnetzagentur nach Prüfung. Durch eine einzige Verbindung kann eine Mitgliedschaft mit festen monatlichen Gebühren entstehen. Allerdings muss ein wirksamer Vertrag zustande gekommen sein. Surfer, die sich auf diese Weise unwissentlich eine Avanio-Mitgliedschaft eingehandelt haben, können sich gegen die Gebühren wehren. Aber Achtung: Wer Geld zurückfordern will, muss schnell handeln. Nur ein sofortiges Schreiben an Avanio sichert mögliche Rückforderungen. Sonst bleibt nur die Kündigung und damit Gebührenbefreiung für die Zukunft. test.de erklärt die nötigen Schritte.

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