Autowerkstättentest vom ADAC Meldung

Wie gut sind Werkstätten, wenn ein Wagen mit Problemen auf die Hebebühne kommt? Nur jede dritte ATU- und Bosch-Werkstatt fand alle eingebauten Fehler. Werkstätten der Autobauer arbeiten besser. Das hat der ADAC herausgefunden.

Drei Werkstatttypen im Test

Rot oder schwarz? Gerade oder ungerade? Halbe-halbe steht das Risiko bei diesen Roulette-Wetten, sein Geld zu verlieren. Das gleiche Risiko ermittelte der Allgemeine Deutsche Automobil-Club ADAC beim Test von Autowerkstätten. Nur jede zweite fand alle in Testautos eingebauten Fehler. Der ADAC hat fünf Fahrzeugmodelle in jeweils fünf Großstädten zu drei verschiedenen Werkstatttypen gebracht und eine Wartung in Auftrag gegeben. Getestet wurden Markenbetriebe der Fahrzeughersteller, ATU – eine Kette markenunabhängiger Meisterwerkstätten und Autoteilemärkte – sowie Bosch Car Service, die Werkstätten des Autoteileanbieters Bosch.

Von 28 bis 88 Prozent gefunden

Niederschmetternd schlecht arbeitete ATU. Nur 28 Prozent der ausgewählten Werkstätten fanden alle Fehler. Bosch war mit 40 Prozent nicht viel besser. Die Werkstätten der Autohersteller Audi, BMW, Mercedes, Renault und VW erreichten 88 Prozent.

Nur einmal volle Punktzahl

Bei der Bewertung der Arbeits- und Servicequalität schaffte nur eine Werkstatt volle 100 Punkte: die Mercedes-Niederlassung am Salzufer in Berlin. Bis auf zwei erreichten alle anderen Werkstätten der Hersteller mehr als 90 Punkte. Mangelhafte 17 Punkte bekam der Bosch-Dienst Frischholz in der Hansestadt Hamburg.

Fehler bei Wahl der Wartungsliste

Laut ADAC hatten die freien Werkstätten wohl Schwierigkeiten, die Wartungsliste zu wählen, die zum Auto, zu seiner Laufleistung und seinem Alter passt. Folge: Der Mitarbeiter hat dann so manchen notwendigen Prüfpunkt auch nicht erledigt, einzelne Fehler gar nicht erst gesucht. Den Werkstätten scheint dieses Manko bewusst zu sein. Nur 4 Prozent der ATU- und 28 Prozent der Bosch-Betriebe vermerkten auf der Rechnung „Wartung nach Herstellervorschrift“. Wenn die Werkstatt nicht nach Herstellervorschrift arbeitet, können die Autohersteller dem Kunden Garantie- und Kulanzleistungen verwehren.

Übrigens: Im Jahr 2010 hatte die Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC ebenfalls Werkstätten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse fielen ähnlich aus.

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