Der Betreiber einer Autowaschanlage muss bei Frost laufend streuen. Verletzt er diese Pflicht und rutscht ein Kunde auf Glatteis aus, ist der Waschstraßenbetreiber schadenersatzpflichtig. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln (Az: 16 U 15/98) braucht er jedoch nur die Hälfte des Schadens zu bezahlen, den der Kunde erlitten hat. Die anderen fünfzig Prozent trägt der Kunde selber. Dieser müsse damit rechnen, dass sich bei Frost auf dem Gelände einer Autowaschanlage Glatteis bildet, so die Richter.

Das Gericht betont in seinem Urteil allerdings die Verantwortung des Waschstraßenbetreibers: Wer durch ein Gewerbe eine Gefahrenquelle schafft, muss dafür sorgen, dass auf seinem Grundstück niemand stürzt. Da bei einer Autowaschanlage erhebliche Mengen Wasser auf den Boden gelangen, genüge es bei starkem Frost nicht, in regelmäßigen Zeitabständen zu streuen. Der Verantwortliche muss vielmehr jeweils immer dann erneut streuen, wenn sich wieder Glatteis gebildet hat.

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