Autoversicherung Meldung

Zum 1. Oktober wurden die Regional- und Typklassen neu festgesetzt. So mancher Autobesitzer zahlt jetzt weniger, manch anderer drauf.

A uf die Schadensstatistik kommt es an: Je nachdem, wie schwer und wie oft ein Automodell in Unfälle verwickelt war, landet es in einer höheren oder niedrigeren Typklasse der Autoversicherer. Je niedriger die Klasse (getrennt nach Kfz-Haftpflicht, Voll- und Teilkasko), desto günstiger ist die Versicherungsprämie. Jedes Jahr zum 1. Oktober setzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typklassen nach der Schadensstatistik des Vorjahrs neu fest. In vielen laufenden Verträgen werden sie erst zum 1. Januar 2002 wirksam.

Aktuell gibt es für etwa 0,5 Prozent der Autobesitzer spürbare Folgen. So verschlechtert sich zum Beispiel der Audi A 6 Avant 2.4 quattro in der Haftpflicht um vier Klassen. Dagegen können weniger Schäden und Nachbesserungen der Hersteller ein Modell in eine günstigere Klasse bringen. Der Opel Zafira 2.0 DI etwa wurde vier Klassen heruntergestuft. Auch die Regionalklasse, sprich der Wohnort des Versicherungsnehmers, hat Einfluss auf die Höhe der Beiträge. Die Versicherer interessieren sich sehr dafür, wo der Wagen zugelassen ist. Denn auch die bundesweit 444 Zulassungsbezirke haben eine unterschiedliche Schadensstatistik: je nach Zahl und Schwere der Unfälle, die sich dort ereignen. Je höher die Regionalklasse, desto höher der Beitrag. Die neue Regionalstatistik stuft rund 20 Prozent der Fahrer schlechter als bisher ein. Am schwersten betroffen sind Wagenbesitzer aus dem Zulassungsbezirk Worms, wo die Autohaftpflicht um drei Klassen empor schnellte. Goslar, Northeim und Wolfenbüttel sind besonders billig.

Ob die Versicherungsunternehmen die Statistiken des GDV in ihren Tarifen berücksichtigen, bleibt ihnen aber von Jahr zu Jahr selbst überlassen.

Und auch die Rabatte sind Sache der Autoversicherer. Ihre Traumfrau zum Beispiel ist etwa 40 Jahre alt und arbeitet in einer Behörde. Die kann sie von zu Hause aus in wenigen Minuten mit dem Fahrrad erreichen. Ihr Kleinwagen parkt nachts in der Garage und hat eine nachträglich eingebaute Wegfahrsperre. Weiblich, Wenigfahrerin und wach für Risiken ­ statistisch betrachtet sind solche Kunden am seltensten in Unfälle verwickelt. Das belohnen die Versicherer mit großzügigen Rabatten.

Wohnen die Umworbenen auch noch in einer Region, in der die Unfallgefahr gering ist, sinkt ihre Prämie noch mehr.

Neben der Typ- und Regionalklasse, der persönlichen Schadenfreiheitsklasse, dem Beruf und dem Alter beeinflussen viele weitere Faktoren die Prämie: Ehestand, Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die jährliche Kilometerleistung, selbst genutztes Wohneigentum, Bus- und Bahnfahrkarten. Weil die Beiträge so individuell berechnet werden wie der Schnitt eines Maßanzugs, kann von

der

billigsten Autoversicherung nicht die Rede sein. Eine Gesellschaft, die für die Traumfrau der Versicherer billig ist, kann für einen viel fahrenden Geschäftsmann oder einen Fahranfänger teuer sein. Versicherungsnehmer können oft mehrere Hundert Mark im Jahr sparen, wenn sie das richtige Individualpaket wählen.

Gelegenheiten zum Wechseln

Autoversicherung Meldung

Seit die Anbieter mit Rabatten und Niedrigbeiträgen um Kunden kämpfen, erscheint die Treue zum Autoversicherer ungefähr so passee wie quietschbunte Schonfelle auf Fahrersitzen. Inzwischen haben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung mehr als die Hälfte aller Kfz-Versicherten schon einmal den Versicherer gewechselt. Doch die Verträge lassen sich nicht so schnell auflösen. Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt oder Anlass an:

Ordentliche Kündigung.

Wer einen bestehenden Vertrag beenden möchte, kann normalerweise nur zum Ende eines Versicherungsjahres (meist 31. Dezember) hin kündigen. Bei Verträgen, die nach 1995 abgeschlossen wurden, muss ein entsprechendes Schreiben bis zum 30. November beim Versicherer eingegangen sein. Bei älteren Kaskoverträgen kann noch eine dreimonatige Kündigungsfrist gelten. Es ist auch möglich, sich von einzelnen Bestandteilen der Versicherung zu trennen.

Prämienerhöhung.

Steigen die Beiträge, weil das Auto zum Beispiel in der Typ- oder Regionalklasse hochgestuft wurde, kann der Versicherte binnen einem Monat nach Erhalt der Mitteilung aus dem Vertrag aussteigen. Wirksam wird die Kündigung aber erst zum Termin der Beitragserhöhung.

Neues Auto.

Wer sich ein anderes Auto zulegt ­ egal ob fabrikfrisch oder gebraucht ­ kann seinen alten Vertrag sofort beenden und einen neuen wählen.

Schaden.

Im Schadensfall können Kunden ihrem Versicherer außerordentlich kündigen. Allerdings steht dem Anbieter dann noch die restliche Prämie für die gesamte Versicherungsperiode zu. Nach einem Unfall kann aber auch der Versicherer seinem Kunden kündigen. In diesem Fall bekommt der die Restbeiträge für den noch nicht abgelaufenen Teil des Versicherungsjahres zurück.

Was zum Kfz-Schutz gehört

Eine Kfz-Versicherung besteht immer aus mehreren Komponenten.

Haftpflichtversicherung.

Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und springt dann ein, wenn der Versicherungsnehmer oder eine mitversicherte Person (Fahrer, Halter, Eigentümer, Berufsbeifahrer) mit dem Wagen einen Personen-, Sach- oder Vermögensschaden verursacht. Seit vier Jahren liegt die gesetzlich festgeschriebene Deckungssumme bei maximal 5 Millionen Mark für Personenschäden (bei mehreren Verletzten bei 15 Millionen). Sachschäden sind stets bis zu einer Million und Vermögensschäden bis zu 100.000 Mark versichert.

Tipp:

Trotz dieser relativ hohen Mindestsummen sollten Sie auf Verträge mit unbegrenzter Deckung Wert legen.

Kaskoversicherungen.

Die meisten Autofahrer haben sie. Doch lohnen sich diese relativ teuren Versicherungen nur, wenn die Beiträge im gesunden Verhältnis zum Wert des Fahrzeugs stehen, denn die Erstattung im Schadensfall hängt auch vom Zeitwert des Wagens ab.

Teilkasko.

Wer sein Auto nur gegen Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Marderbiss oder Zusammenstöße mit Haarwild versichern möchte, sollte diese Variante wählen. Wer sich in der Teilkasko für einen Selbstbehalt von etwa 300 Mark entscheidet, kann oft die halbe Prämie sparen. Um den ganzen Schaden ersetzt zu bekommen, sind meist doppelt so hohe Beiträge zu zahlen.

Vollkasko.

Sie ist teurer als die Teilkasko, schließt diese aber mit ein. Vorteil: Die Vollkasko ersetzt auch selbst verschuldete Schäden am Auto. Allerdings tritt diese Versicherung nicht in Kraft, wenn der Fahrer den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat (zum Beispiel nach ausgiebigem Alkoholkonsum oder durch Übermüdung).

Empfehlenswert ist die Vollkasko für ein neues Auto. Ein Vertrag lohnt sich auch, wenn der Wert des Wagens 30 Prozent des Jahreseinkommens übersteigt oder das Auto auf Kredit gekauft wurde. Es kann vorkommen, dass die umfassender schützende Vollkaskoversicherung mit niedrigen Beitragssätzen fast so günstig ist wie eine Teilkasko.

Tipp:

Wählen Sie mindestens eine Selbstbeteiligung von 650 Mark.

Insassenunfallversicherung.

Sie zahlt, wenn sich Fahrer oder Beifahrer verletzen. Auch Leistungen bei Invalidität, Tod oder Krankenhaustagegeld können vereinbart werden. Unbedingt notwendig ist diese Versicherung aber nicht, denn alle berechtigten Ansprüche, die gegen den Fahrzeughalter oder den Fahrer gestellt werden, deckt die Haftpflichtversicherung der Unfallverursacher ­ auch für die von Angehörigen. Sinn macht eine Insassenunfallversicherung nur, wenn der Unfallverursacher nicht ermittelt werden kann oder höhere Gewalt im Spiel war (zum Beispiel durch einen geplatzten Reifen).

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