Wenn das Auto bei Unwetter beschädigt wird, zahlt die Teilkaskoversicherung – meistens.

Kommt das Wasser zum Auto, zahlt die Teilkaskoversicherung, fährt das Auto zum Wasser, zahlt sie nicht. Wir erläutern, wann der Kunde nach einem Unwetter- oder Hochwasserschaden Geld von seiner Autoversicherung bekommt.

Überschwemmung. Wer eine Teilkaskoversicherung hat, bekommt Schäden, die durch Überschwemmung entstehen, ersetzt. Kunden mit Vollkaskoversicherung haben immer auch Teilkaskoschutz.

Als Überschwemmung gilt auch starker Regen, der sturzbachartig einen Hang hinunterfließt. Wird das Auto beispielsweise durch mitgerissene Geröllbrocken beschädigt, muss die Teilkaskoversicherung zahlen. Dies hat jüngst der Bundesgerichtshof entschieden (Az. IV ZR 154/05).

Die Teilkasko springt aber in der Regel nicht ein, wenn ein Auto beim Durchfahren einer überschwemmten Straße liegengeblieben ist. Den Schaden übernimmt nur die Vollkaskoversicherung. Nur in einem Fall zahlt hier auch die Teilkasko: Wenn der Fahrer sein Auto vor der Flut in Sicherheit bringen wollte und dabei durch Wasser fahren musste.

Hat der Kunde grob fahrlässig gehandelt und ist beispielsweise trotz Warnhinweisen der Feuerwehr einfach drauflosgefahren, decken viele Autoversicherer die Kosten gar nicht. Bei immerhin 49 von 108 Angeboten in unserem jüngsten Test der Autoversicherungen bekommt der Kunde aber auch nach grober Fahrlässigkeit den Schaden ersetzt.

Kunden mit einer Vollkaskoversicherung behalten nach Unwetterschäden ihren Schadenfreiheitsrabatt. Sie werden nicht zurückgestuft, obwohl der Versicherer zahlen musste.

Sturm, Blitzschlag, Hagel. Schäden durch Sturm, Blitz und Hagel bezahlt die Teilkaskoversicherung ebenfalls. Ersetzt wird nicht nur, was die Naturgewalten unmittelbar am Auto angerichtet haben, etwa wenn stürmischer Wind das Auto umgerissen hat. Die Versicherung übernimmt auch die Kosten, wenn umherfliegende Gegenstände, beispielsweise Äste, den Wagen demolieren.

An Stürme stellen die Versicherer aber eine Bedingung: Sie ersetzen Schäden nur, wenn der Wind eine Geschwindigkeit von mehr als 63 Kilometern pro Stunde erreicht hat. Dies entspricht Windstärke 8. Solche Windstärken gibt es in Deutschland an rund 25 Tagen im Jahr.

Nach Unfällen aufgrund eines Unwetters nützt die Teilkaskoversicherung nichts. Prallt ein Auto auf der Straße gegen einen vom Sturm umgestürzten Baum, zahlt nur die Vollkaskoversicherung.

Selbstbehalt. Hat der Kunde einen Tarif mit Selbstbehalt, wird dieser Betrag von der Entschädigungssumme für Unwetterschäden abgezogen. Vollkaskokunden zahlen nur den für die Teilkasko vereinbarten Selbstbehalt, meist 150 Euro, und nicht den oft höheren Selbstbehalt für die Vollkaskoversicherung.

Nach Schäden an Autofenstern sind viele Anbieter kundenfreundlich. Ist die Scheibe beschädigt und lohnt eine Reparatur, verzichten sie auf den Selbstbehalt. Der Eigenanteil wird nur fällig, wenn eine neue Scheibe eingebaut werden muss.
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem aktuellen Autoversicherung Vergleich.

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