Auto­versicherung Special

Erik Berg im Gespräch mit Michael Bruns.

2016 ist Finanztest 25 Jahre alt geworden. Zum Geburts­tag haben wir junge Menschen einge­laden, uns Fragen zu stellen. Diesmal: Erik Berg. Der 24-Jährige studiert Economics mit volks­wirt­schaftlichem Schwer­punkt in Berlin. Braucht er ein Auto, nutzt er Cars­haring-Angebote. Rund 600 Euro gibt er im Jahr dafür aus – Sprit und Park­platz inklusive. Nun kann er günstig ein Auto kaufen. Was in puncto Versicherungs­schutz zu beachten ist, bespricht er mit Finanztest-Redak­teur Michael Bruns.

Auf die Schadenfrei­heits­klasse kommt es an

Erik Berg: Ich kann günstig einen Golf VI kaufen – mein erstes Auto. Für junge Leute ist aber die Kfz-Haft­pflicht­versicherung teuer. Wie kann ich sparen?

Finanztest: Es gibt verschiedene Wege zu sparen. Ihr Ziel sollte sein, in eine möglichst güns­tige Schadenfrei­heits­klasse (SF-Klasse) zu kommen. Dabei gilt: Je höher die Klasse, um so güns­tiger. Bei der Auto­versicherung gibt es eine ausgeklügelte SF-Skala. Wer länger unfall­frei fährt, sodass der Versicherung keine Kosten entstehen, wird mit der Einstufung in eine höhere Klasse belohnt. Anfänger und junge Leute starten ungünstig, üblicher­weise in der SF-Klasse 0.

Ich bin 24 Jahre alt und hatte mit 18 meinen Führer­schein. Spielt die Dauer des Führer­schein­besitzes eine Rolle?

Ja. Die Dauer Ihres Führer­schein­besitzes wirkt sich positiv auf den Beitrag aus. Haben Sie seit mindestens drei Jahren die EU-Fahr­erlaubnis und keine Punkte in Flens­burg, stufen Versicherer Sie in der Regel in die SF-Klasse 1/2 ein.

Ich nutze seit einigen Jahren Cars­haring und bin bislang unfall­frei gefahren. Profitiere ich davon?

In Ausnahme­fällen kann es Versicherer geben, die solche Fahr­zeiten anerkennen, wenn sie entsprechend nachgewiesen werden. Das wäre aber reines Entgegen­kommen. Lassen Sie sich von Ihrem Cars­haring-Anbieter bescheinigen, dass Sie unfall­frei gefahren sind.

Rabatt bei nachgewiesener Fahr­praxis

Gibt es spezielle Angebote für junge Leute?

Ja. Junge Leute können bei manchen Versicherern sparen, wenn sie am „begleiteten Fahren ab 17“ teil­genommen haben. Wer Erfahrung im Straßenverkehr in Begleitung eines Erwachsenen gesammelt hat, fährt später sicherer. Das belegt eine Studie der Bundes­anstalt für Straßenwesen. Manche Versicherer geben einen Preis­nach­lass, wenn jemand ein Fahr­sicher­heits­training nach­weist oder vorher ein Mofa oder Moped auf sich zugelassen hatte.

Kann ich SF-Rabatte von Verwandten nutzen?

Eine Rabatt­über­tragung ist bei manchen Versicherern möglich, typischer­weise von Oma oder Opa auf den Enkel. Der Verwandte verliert dann seine gute Einstufung. Ein Anfänger bekommt aber nur so viele Jahre gutgeschrieben, wie er den Führer­schein besitzt. In Ihrem Fall wären das sechs Jahre.

Meine Eltern haben mir angeboten, den Golf als Zweitwagen zu versichern. Lohnt sich das?

Ja, das kann sich rechnen. Sie sind dann als Fahrer für das Auto einge­tragen. Der Beitrag für den Erst­wagen Ihrer Eltern steigt dadurch nicht. Versicherer stufen einen Zweitwagen mindestens in SF-Klasse 1/2 ein, oft sogar noch besser. Weisen Sie nach einigen Jahren nach, dass Sie das Auto regel­mäßig gefahren haben, können Sie den Schadenfrei­heits­rabatt in der Regel auf sich über­tragen lassen, wenn Sie selbst ein Auto versichern wollen.

Auto­versicherungen im Preis­vergleich

Wie finde ich am besten eine güns­tige Versicherung?

Wir bieten für 7,50 Euro einen Preis­vergleich an, den jeder individuell nutzen kann (Analyse Autoversicherung). Anhand Ihrer Daten haben wir ermittelt: Im güns­tigsten Fall zahlen Sie bei Axa im Tarif „Mobil online Mobilitäts­garantie“ rund 792 Euro im Jahr, und zwar für Haft­pflicht- plus Teilkasko­versicherung mit einer Selbst­beteiligung von 150 Euro im Schadens­fall. Eine Rolle spielt Ihr Wohn­ort Berlin. Nach der Schadens­statistik ist es ein teurer Zulassungs­ort. Der Beitrag ist höher als an vielen anderen Orten. In einer Regional­statistik wird jähr­lich die Schadens­bilanz in mehr als 400 Regionen in Deutsch­land ermittelt. Würden Sie bei Ihren Eltern im brandenburgischen Biesen­thal wohnen und hätten dort für das Auto einen Carport, müssten Sie rund 528 Euro beim Versicher CosmosDirekt im Tarif „Basis light-Schutz“ zahlen. Versichern Ihre Eltern den Golf als Zweitwagen, wird es noch güns­tiger: Versicherer WGV verlangt im Tarif „Basis Kasko Select“ rund 363 Euro.

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