Eine Beifahrerin hat Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrers, wenn bereits „der Beweis des ersten Anscheins“ dafür spricht, dass er den Unfall verschuldet hat. Die Beifahrerin muss die Schuld des Fahrers nicht beweisen.

Das Landgericht München verurteilte den Versicherer, einer Frau 160 000 Euro Schmerzensgeld und eine monatliche Rente von 1 200 Euro zu zahlen (Az. 17 O 1089/03). Das Auto war auf der Autobahn aus ungeklärter Ursache auf die falsche Fahrbahnseite geraten und dann verunglückt. Fahrer und Beifahrerin erlitten schwerste Verletzungen. Die Frau ist seitdem schwerbehindert und auf regelmäßige Hilfe angewiesen.

Tipp: Seit einer Gesetzesänderung 2002 sind Beifahrer im Auto besser geschützt. Eine Insassenunfallversicherung ist dafür nicht notwendig. Wer eine hat, kann den Vertrag getrost kündigen. Will sich der Fahrer selbst schützen, ist eine private Unfallversicherung günstiger. Sie zahlt nicht nur, wenn ihm am Steuer etwas zustößt, sondern auch für Folgeschäden bei anderen Unfällen.

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