Wechselt der Kunde den Vertrag, ist auch der Rabatt­schutz weg. Die bessere Einstufung in der Schadenfrei­heits­klasse, die der alte Versicherer dem Auto­fahrer gewährte, erkennt die neue Gesell­schaft in der Regel nicht an. test.de sagt, warum sich für Auto­fahrer, die ihren Rabatt­schutz in Anspruch genommen haben, ein Wechsel oft nicht lohnt.

Kunde verliert güns­tige Schadenfrei­heits­klasse

Rabatt­schutz: Viele Auto­versicherer bieten das Extra in für Kfz-Haft­pflicht und Voll­kasko an, das im Schadens­fall Geld sparen hilft. Bei den meisten Gesell­schaften zahlt der Kunde dafür einen Aufschlag. Rabatt­schutz bedeutet: Verschuldet der Auto­fahrer einmal im Versicherungs­jahr einen Schaden, behandelt ihn der Versicherer so, als hätte ihn der Versicherte nicht gemeldet. Den Vertrag stuft der Versicherer trotz Schaden­regulierung im darauf­folgenden Jahr in die nächst­bessere Schadenfrei­heits­klasse. Auto­fahrer bekommen Rabatt­schutz meistens nur, wenn sie mit Haft­pflicht- und Voll­kasko­vertrag mindestens in Schadenfrei­heits­klasse 3 oder 4 einge­stuft sind.
Beispiel: Ein Auto­fahrer hat in Voll­kasko und Haft­pflicht Schadenfrei­heits­klasse 19 und Rabatt­schutz im Vertrag. Er muss nur 35 Prozent des vollen Jahres­beitrags zahlen. Nachdem er auf spiegelglatter Fahr­bahn gegen den Gartenzaun fährt, nimmt er seine Kasko für die Reparatur in Anspruch. Ohne Rabatt­schutz würde er in der Haft­pflicht in Schadenfrei­heits­klasse 9 und in der Kasko in Schadenfrei­heits­klasse 11 landen. Für beide Verträge müsste der Auto­fahrer im folgenden Jahr dann 45 Prozent des vollen Beitrags­satzes zahlen. Davor bewahrt ihn der Rabatt­schutz.

Rabatt­schutz für die Katz

Der Rabatt­schutz ist allerdings wert­los, wenn Fahrer oder Gesell­schaft den Vertrag kündigen. Denn ein neuer Versicherer erkennt in der Regel keine Sonder­einstufung in der Schadenfrei­heits­klasse an. Haben Auto­fahrer ein oder mehrere Schäden verschuldet und ihren Rabatt­schutz in Anspruch genommen, sind sie in der Sonder­einstufung des Versicherers gelandet. Sonder­einstufungen werden bei einem Versicherungs­wechsel meistens nicht berück­sichtigt. Das gleiche gilt für Sonder­einstufungen etwa von Ehepart­nern, Zweitwagen oder den erwachsenen Kindern des Versicherungs­nehmers. Ein Wechsel der Auto­versicherers lohnt sich meisten nicht. Es sei denn, er hat einen sehr teuren Tarif. Ob der Auto­fahrer in einem solchen ist, sagt ihm im Zweifel die Analyse Autoversicherung.

Voll­kasko für Neuwagen empfehlens­wert

Eine Voll­kasko-Versicherung ist vor allem für teure Autos sinn­voll, also für Neuwagen und hoch­wertige Gebrauchte. Zusätzlich zur Teilkasko über­nimmt sie auch selbst­ver­ursachte Schäden, zum Beispiel wenn der Fahrer beim Einparken das Garagen­tor verfehlt. Baut er einen Unfall, über­nimmt die Haft­pflicht den Schaden am fremden Pkw, die Voll­kasko den am eigenen Auto. Auch Vandalismus ist abge­deckt. Hat der Kunde keinen Rabatt­schutz wird er in der Schadenfrei­heits­klasse herunter­gestuft. Für lang­jährig unfall­freie Fahrer gibt es den Rabattretter, der eine Rück­stufung verhindert.

Tipps

Suchen Sie eine für Sie individuell güns­tige Auto­versicherung, finden Sie die in der Analyse Autoversicherung der Stiftung Warentest.
Der aktuelle Test vergleicht das Preis­niveau von 154 Tarifen für eine Auto­versicherung von insgesamt 74 Anbietern und nennt für zwei Modell­fälle die güns­tigsten Angebote.

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