Auto­versicherung Meldung

Die erste Pleite eines KfZ-Haft­pflicht­versicherers über­haupt endet glimpf­lich. Alle Ineas- und LadyCarOnline-Versicherten erhalten das Geld, das ihnen zusteht. test.de sagt, was von der Pleite der Inter­na­tional In­su­rance Cor­po­ration (IIC) bleibt. [Update 11.04.2014] Inzwischen wurden fast alle Betroffenen ausbezahlt. Details am Ende des Artikels.

Persönliche Haftung

Erleichtert sind vor allem einzelne Kunden der IIC, die durch die Pleite in die persönliche Haftung geraten waren. Eine Auto­fahrerin lief Gefahr, über 100 000 Euro zahlen zu müssen. Mehrere weitere hätten für vier- bis fünf­stel­lige Beträge gehaftet, wenn die IIC-Insolvenz­verwalter nicht noch genug Geld aufgetrieben hätten. Ursache für die finanziell gefähr­liche Situation der Versicherten war eine Lücke im Gesetz. Sie ist inzwischen geschlossen. Kein Auto­fahrer muss mehr den Ruin befürchten, wenn sein Versicherer insolvent wird.

Tipp: Mit welcher Kfz-Versicherung Sie am meisten sparen, zeigt Ihnen die Analyse auf test.de. Wenn sie wechseln wollen: Stichtag ist der 30. November.

Ursachen­forschung ohne Ergebnis

Unklar ist allerdings weiterhin, wie der Versicherer mit europaweit rund 90 000 Kunden über­haupt in die Insolvenz geraten konnte. Für die Finanz­aufsicht waren nieder­ländische Behörden zuständig. Sie hätten früher einschreiten können. Ob sich die Insolvenz so hätte verhindern oder zumindest leichter hätte abwi­ckeln lassen, bleibt ungewiss. Rätselhaft ist auch, wo jetzt das Geld herkommt, mit dem die Ex-IIC-Kunden offen­bar voll­ständig ausgezahlt werden können. Das gelingt bei Unter­nehmens-Insolvenzen sonst eigentlich nie. „Im Berichts­zeitraum wurde (...) in aller Stille mit mehreren Parteien an verschiedenen miteinander verbundenen Trans­aktionen gearbeitet. Diese Trans­aktionen wurden vom Insolvenz­richter genehmigt. In Anbetracht der Geheimhaltungs­ver­einbarung diesbezüglich können diese Trans­aktionen im vorliegenden Bericht nicht näher erläutert werden“, heißt es im aktuellen Bericht der IIC-Insolvenzverwalter. Klar ist allerdings: Die Verhand­lungen waren kompliziert und lang­wierig. Der Bericht war ursprüng­lich für Januar 2013 angekündigt.

Kunden vor Gericht

Viel Ärger brachte die IIC-Pleite den Kasko-Kunden des Unter­nehmens ein. Viele von ihnen erhielten noch lange nach der IIC-Insolvenz Rechnungen vom Unternehmen Inno­vation AG. Das sollte die Versicherungs­schäden für die IIC abwi­ckeln und als die IIC nicht mehr zahlte, reichte das Unternehmen Werk­statt­rechnungen an die Ex-IIC-Kunden weiter. Gegen Kunden, die nicht zahlen wollten, klagte die Inno­vation AG – zumeist ohne Erfolg.

Nieder­ländische Versicherer zahlen die Zeche

Den Schaden haben letzt­lich die nieder­ländischen KfZ-Versicherer und damit auch die Auto­fahrer dort. Der nieder­ländische Entschädigungs­fonds Waarborgfondsen hat viele Unfall­opfer entschädigt, für die eigentlich die IIC hätte zahlen müssen. Er ist jetzt größter Gläubiger des insolventen Versicherers. Finanziert wird der Fonds aus Beiträgen der nieder­ländischen KfZ-Versicherer.

Die Chronik der Ineas- und LadyCarOnline-Pleite:
Ende mit Schrecken
Zahlen für nichts
Reichlich offene Rechnungen
Das dicke Ende

IIC-Insolvenz­verwalter:
Der aktuellen Bericht

[Update 11.04.2014] Gute Nach­richten: Der IIC-Insolvenz­verwalter hat alle Ex-Ineas- und Ladycaronline-Kunden in Deutsch­land ausgezahlt. Eine entsprechende Mitteilung des Insolvenzverwalters haben zahlreiche Betroffene bestätigt. Sogar für Beitrags­erstattungen hat das Geld gereicht. Einzige Ausnahme: In einigen Fällen stimmten die Bank­daten nicht mehr. Betroffene sollten dem Insolvenz­verwalter schleunigst ihre aktuelle Konto­verbindung mitteilen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 16 Nutzer finden das hilfreich.