Autoversicherung Meldung

Über 20 Merkmale aus dem Privatleben des Autofahrers und sein Fahrverhalten bestimmen die Preiskalkulation der Autoversicherung. test.de sagt, weshalb Kunden Änderungen ihrer Versicherung mitteilen müssen und was passiert, wenn sie es vergessen.

Beitrag senken

Wenn Autofahrer vergessen ihrem Versicherer zu schreiben, dass sie weniger Kilometer im Jahr fahren, weil sie etwa den Arbeitsplatz gewechselt haben, verschenken sie bares Geld. Das Gleiche gilt für Chauffeure, die ihr Auto nun in eine Garage stellen oder die ein Haus oder eine Wohnung gekauft haben. Auch wenn der Fahrer in den öffentlichen Dienst wechselt oder gar verbeamtet wird, senkt die Assekuranz den Jahresbeitrag. Bei etlichen Anbietern mindert der Besitz einer BahnCard den Preis.

Tipp: Verpassen Sie nicht den Versicherer über Ihre neue Situation zu unterrichten. Sie können davon profitieren.

Steigende Beiträge

Mit steigenden Beiträgen muss rechnen, wenn weitere Personen den Wagen nutzen, die gefahrenen Kilometer mehr werden oder der Fahrer das Auto öfter dienstlich nutzt. Erfährt der Versicherer von den neuen Gegebenheiten nichts und der Beitrag ist deshalb zu niedrig berechnet, müssen Kunden im Schadensfall Geld nachzahlen. Die gute Nachricht: Der Versicherungsschutz geht bei Schäden dennoch nicht verloren. Bei Vergessen passt der Versicherer rückwirkend die Beiträge an und bezieht sie auf die gesamte Versicherungsperiode, die meistens ein Jahr beträgt. Handelt der Kunde jedoch vorsätzlich ist zusätzlich zur Beitragserhöhung eine Strafe von einem weiteren Jahresbeitrag fällig.

Fahranfänger anmelden

Sohn oder Tochter haben frisch ihren Führerschein und wollen sich Fahrpraxis in Papas Wagen holen. Als erstes sollte das der Vater seiner Autoversicherung sagen. Die erhöht den Beitrag dann allerdings ordentlich. Beispiel: Bezahlt ein 46-jähriger Hamburger für seinen VW Golf V (85 kW) bei der KarstadtQuelle-Versicherung als Alleinfahrer für Haftpflicht und Kasko im Jahr 290 Euro, erhöht sich der Jahresbeitrag mit Filius am Steuer auf 373 Euro. Das ist ein günstiges Angebot für diesen Modellfall, wie die Tabelle zeigt. Einen noch preiswerteren Vertrag für Vater und Sohn bieten einige Gesellschaften, wenn der Junge bereits mit 17 Jahren beim begleiteten Fahren mitgemacht hat. Dann kosten Haftpflicht- und Kaskoschutz für den Golf bei der DEVK im Tarif K-Aktiv nur 330 Euro.

Wenn die Kasko trotzdem zahlt

Angenommen der Vater gibt den zweiten Autofahrer seiner Kaskoversicherung nicht an. Sie würde bei einem Unfall des Sohnes aber trotzdem den Schaden am Golf bezahlen. Denn das versicherte Risiko ist das Auto und nicht der Versicherungsnehmer. Der Versicherer wird vom Vater aber Nachzahlungen verlangen, weil sein Beitrag zu niedrig angesetzt war.

Tipp: Im Schadensfall haben Sie und auch Ihre Autoversicherung immer ein Sonderkündigungsrecht. Wenn Sie nach preiswertem Schutz suchen, können Sie sich von der Stiftung Warentest eine Online-Auswertung zuschicken lassen.

Bei grober Fahrlässigkeit steigt Kasko aus

Die Kasko-Versicherung ersetzt den Schaden am eigenen Wagen in der Regel aber nicht, wenn der Unfallverursacher bei Rot über die Kreuzung fährt, mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut hat oder auf kurvenreicher Strecke 90 Stundenkilometer statt der vorgeschriebenen 50 km/h fährt. Dann handelt er grob fahrlässig. Auch bei einem vorsätzlichen Crash haftet der Autofahrer selbst.

Familien besonders geschützt

Baut der 18-jährige Fahranfänger mit dem Golf grob fahrlässig einen Unfall, würde die Kasko dem Vater aber auch dann den Schaden ersetzen. Bedingung: Der Sohn muss seinen Hauptwohnsitz bei den Eltern haben. Denn bei Ehepartnern und im Haushalt lebenden Familienangehörigen verlangt die Gesellschaft keinen Schadenersatz wegen grober Fahrlässigkeit. Auch von Partnern in festen nichtehelichen Lebensgemeinschaften darf der Versicherer keinen Regress fordern. Das hat der Bundesgerichtshof kürzlich entschieden. Wie in Familien dürfe es auch in eheähnlichen Gemeinschaften nicht zu Streitigkeiten wegen gegenseitiger Schadenersatzansprüche kommen, meinen die Richter.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 22. April 2009
Aktenzeichen: IV ZR 160/07

Dieser Artikel ist hilfreich. 214 Nutzer finden das hilfreich.