Regress: Wie viel der Versicherer zurück­fordern darf

Die Kfz-Haft­pflicht­versicherung zahlt auch bei grober Fahr­lässig­keit. Sie reguliert aber nur die Schäden des Unfall­gegners. Und sie darf vom Unfall­ver­ursacher Regress fordern. Maximal sind 10 000 Euro drin: für Fehl­verhalten vor dem Unfall 5 000 Euro, weitere 5 000 Euro für grobe Fahr­lässig­keit nach dem Unfall.

Beispiel: Ein 73-Jähriger fuhr mit 0,9 Promille seinen Sport­wagen gegen ein Haus und beging dann Unfall­flucht. Der Haft­pflicht­versicherer bezahlte den Schaden am Haus. Anschließend durfte er 5 000 Euro vom Fahrer zurück­fordern, weil er den Unfall unter Alkohol verursacht hatte. Für die anschließende Unfall­flucht waren 2 500 Euro Regress fällig. Es wären sogar 5 000 Euro gewesen, wenn das Gericht auf schwere Unfall­flucht entschieden hätte. Diese Regel greift zum Beispiel, wenn es bei dem Unfall Verletzte gab (Ober­landes­gericht Celle, Az 8 U 79/09).

Übrigens: Die Voll­kasko­versicherung brauchte in diesem Fall über­haupt nicht zu zahlen. Denn mit der Unfall­flucht hatte der Fahrer gegen seine Pflicht verstoßen, zur Aufklärung der Schaden­umstände beizutragen.

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