Autoversicherung Test

Helga Reuter (links) benötigt selbst kein eigenes Auto mehr. Sie kann ihren Rabatt auf ihre Tochter Helke übertragen, die seit 20 Jahren einen Führerschein hat.

Den Schadenfreiheitsrabatt kann ein Familienmitglied von ­einem anderen übernehmen. Vom Firmenwagen auf ein Privatauto kann der Rabatt nur übergehen, wenn der Chef mitspielt.

Bei Haftpflicht und Vollkasko ist der Schadenfreiheitsrabatt sehr wichtig. Denn er entscheidet, wie viel der Autofahrer für die Versicherung zahlen muss. Kann er von einem anderen einen günstigen ­Rabatt übernehmen, spart er viel.

Das bietet sich vor allem an, wenn einer in der Familie sein Auto aufgibt. Zum Beispiel kann so ein frisch verheiratetes Ehepaar sparen, das bisher zwei Autos nutzt und nun eins abschaffen möchte.

Die Frau fährt länger unfallfrei als ihr Partner. Dieser braucht das Auto unbedingt für die tägliche Fahrt zur Arbeit, während sie auch mit der U-Bahn fahren kann. Deshalb verkauft sie ihr Auto und überträgt ihren Schadenfreiheitsrabatt ­ihrem Partner.

Oft ermöglichen die Versicherer die Übertragung schon, wenn beide Personen in häuslicher Gemeinschaft leben – egal ob sie verwandt sind oder nicht (siehe Tabelle). Besonders kundenfreundlich sind sieben der getesteten Versicherer. Sie erlauben es, den Rabatt auf jede beliebige Person zu übertragen.

Schlechte Karten haben jedoch junge Kunden. Beispielsweise kann ein Vater, der seit vielen Jahren unfallfrei fährt, seinen Rabatt nicht auf seinen Sohn übertragen, der erst seit einem Jahr den Führerschein hat. Denn eine Übertragung ist nur in der Höhe erlaubt, die der andere selbst hätte erreichen können.

Nicht ohne den Chef

Die meisten der von uns getesteten Versicherungsgesellschaften – 48 von 66 – erlauben es Arbeitnehmern, den Rabatt von ihrem früheren Dienstwagen auf ihr Privatauto zu übertragen. Trotzdem können sie den Schadenfreiheitsrabatt oft nicht mitnehmen, wenn sie aus der Firma ausscheiden. Denn der Chef macht einen Strich durch die Rechnung.

Er will den Rabatt selbst behalten, weil er das Firmenauto weiterhin günstig ver­sichern möchte. Und ohne seine Zustimmung wird der Rabatt nicht übertragen.

Eine Ausnahme macht der Versicherer Direct Line. Bei der Neuzulassung eines privaten Autos rechnet er die mit dem Firmenwagen gefahrenen schadenfreien Jahre auch dann an, wenn der Arbeitgeber den Rabatt behält.

Der Chef muss allerdings bescheinigen, dass sein ehemaliger Angestellter in den vergangenen zwölf Monaten keine Schäden hatte. Wurde auch nur ein einziger unverschuldeter Kaskoschaden gemeldet, gilt das Angebot nicht.

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