Autoversicherung Die neue Gleichbehandlung am Steuer

31.05.2012
Autoversicherung - Die neue Gleichbehandlung am Steuer

Junge Frauen zahlen in der Auto­ver­sicherung bislang weniger als junge Männer. Doch damit ist bald Schluss. Ab Ende 2012 dürfen Versicherer bei Neuver­trägen nur noch geschlechtsneutrale Tarife – so genannte Unisex-Tarife – anbieten. Die Auswirkungen der neuen Unisex-Regeln für Autofahrer und Autofahrerinnen erklärt test.de anhand eines Falles.

Bislang teurere Tarife für junge Männer

Autoversicherung - Die neue Gleichbehandlung am Steuer
Lucas Link – bereits stolzer Autofahrer

Schon mit 17 Jahren hat Lucas Link seinen Führerschein in der Tasche. Bis zu seinem 18. Geburtstag darf er nur in Begleitung einer Aufsichtsperson Auto fahren. Das „Begleitete Fahren ab 17“ (BF17) wirkt sich günstig auf den Beitrag für die Autoversicherung aus. Fahranfänger erhalten Rabatte, wenn sie am BF17 teilgenommen haben. Auch im weiteren Versicherungsleben wird sich BF17 nach Schätzung von Experten günstig auswirken. Lucas Link will noch kein eigenes Auto finanzieren - deshalb haben die Eltern ihren Sohn als Fahrer mit in ihre eigene KFZ- Police aufgenommen. Sie erhalten sogar einen Familienrabatt. Trotzdem kostet der Versicherungsschutz inklusive Sohn rund 185 Euro mehr im Jahr.

Günstigere Tarife für junge Frauen

Autoversicherung - Die neue Gleichbehandlung am Steuer
Noch wäre Henriette güns­tiger dran als Bruder Lucas

Würden die Eltern ihre bald 17-jährige Tochter Henriette mit in den Fahrerkreis aufnehmen, würde der Jahresbeitrag unter den ansonsten gleichen Bedingungen nach den aktuellen Regeln nur um rund 124 Euro steigen. Das sind jährlich 61 Euro weniger als bei Lucas. Der Grund: Junge Frauen kommen in der Kfz-Versicherung derzeit noch günstiger weg, da sie seltener Unfälle verursachen als junge Männer.

Unisex macht Kfz-Tarife für Männer nicht billiger

Mit unterschiedlichen Versicherungsbeiträgen je nach Geschlecht ist es nun bald vorbei. Versicherer dürfen ab dem 21. Dezember 2012 bei Neuverträgen nur noch geschlechtsneutrale Tarife, so genannte Unisextarife, anbieten. Das schreibt der Europäische Gerichtshof vor. Die Richter haben die unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen als diskriminierend angesehen – und von Ende 2012 an verboten. Das gilt nicht nur für die Kfz-Versicherung, sondern für alle Versicherungsverträge. Für die Eltern von Lucas Link wird das aber keine Ersparnis bringen. Im Gegenteil. Die Eltern haben bei ihrem Autoversicherer schon einmal nachgefragt, was sie für einen Unisex-Tarif zahlen müssten und stellten fest: Es wird erheblich teurer. Ihr Kfz-Versicherer verlangt zukünftig rund 217 Euro mehr im Jahr, egal ob Lucas oder Henriette mitversichert werden.

Tipp: Im Bereich der Kfz-Versicherung profitieren Frauen nicht von den neuen Tarifen. In anderen Versicherungssparten hingegen schon. Details zu den künftigen Unisex-Tarife finden Sie im Special Unisextarife. Und sparen können die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer durch einen Versicherungswechsel. Die Stiftung Warentest findet für Sie individuell günstige Tarife heraus.

31.05.2012
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