Uups, ein kleiner Blechschaden ist schnell passiert. Unser Computer sagt, wo Sie sich günstig dagegen versichern.

Nach zwei Blechschäden in acht Monaten hatte der Schadenfreiheitsrabatt von Mechthild K. einen Satz von 40 auf 100 Prozent gemacht. Doch es kam noch schlimmer: Obwohl sie ihrer Autoversicherung jahrelang die Treue gehalten hatte und bis dahin unfallfrei gefahren war, erhielt sie – quasi als Dreingabe – die Kündigung.

Und das wurde teuer. Denn Crashpiloten werden von anderen Versicherungsgesellschaften nur ungern genommen. Wer einmal eine Kündigung bekam, gilt als „schlechtes Risiko“, von dem man besser die Finger lässt.

Zwar herrscht in der Haftpflicht Annahmezwang. Pechvögel, die sich eine neue Versicherung suchen müssen, können also von jedem Unternehmen verlangen, dass es ihnen ein Vertragsangebot macht. Doch im Fall von Frau K. half die bloße Haftpflichtpolice wenig, weil sie für ihr neues Auto eine Vollkasko brauchte, zumindest aber eine Teilkasko. Und dafür verlangten einige Gesellschaften saftige Prämienzuschläge, andere lehnten einen Kaskovertrag rundheraus ab. So wurde die Suche nach einer preiswerten Autoversicherung für Mechthild K. zum Spießrutenlauf.

Viele kleine Schäden

Kein Einzelfall. Besonders ärgerlich ist das für Kunden, die jahrelang unfallfrei gefahren sind und nun kurz hintereinander Pech hatten. Dabei kommt es nach unseren Erfahrungen nicht unbedingt auf die Schadenhöhe an: Auch viele kleine Unfälle können zu einer Kündigung führen. Vor allem einige Direktversicherer scheinen ihren Kundenbestand systematisch zu durchforsten. Wer innerhalb weniger Monate mehr als zwei Schäden hat, muss damit rechnen, rauszufliegen.

Grundlage ist das außerordentliche Kündigungsrecht: Nach jedem Schaden kann der Versicherer den Vertrag beenden. Er muss dann die anteilige Prämie für den Rest des Jahres erstatten. Umgekehrt hat auch der Versicherte nach jedem Schaden ein Kündigungsrecht, doch dann bleibt die bereits gezahlte Prämie bei der Gesellschaft. Dennoch kann es manchmal vorteilhafter sein, von sich aus zu gehen, um den unangenehmen Folgen einer Kündigung durch den Versicherer zuvorzukommen. Wo der Rauswurf bereits geschehen ist, kann der Kunde verlangen, dass er bei der neuen Gesellschaft zumindest einen Haftpflichtvertrag bekommt, und zwar mit dem Schadenfreiheitsrabatt, den er auch bei der bisherigen gehabt hätte – natürlich den zurückgestuften.

Mogeln hilft nicht: Denn im Versicherungsantrag wird nach der Vorversicherung gefragt, nach Vorschäden und nach der Einstufung des bisherigen Vertrags. Auch untereinander informieren sich die Gesellschaften. Der neue Versicherer ist daran gebunden.

Nach Auskunft des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen (BAV) muss er dem Kunden einen Vertrag anbieten, der seiner bisherigen Tarifierung entspricht. Kleinere Unterschiede können sich ergeben, weil jedes Unternehmen für die Schadenfreiheitsstufen eine eigene Rabattstaffel festlegen darf, doch die meisten arbeiten mit der Tabelle, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfohlen hat.

Wege zum Sparen

Teuer wird es allemal. Deshalb lohnt es sich, nach Sparmöglichkeiten Ausschau zu halten. Erster Schritt, den Beitrag zu senken, ist die Suche nach einer günstigen Gesellschaft. Hier hilft unsere Computeranalyse. Wir haben die Daten von etwa 80 Versicherern gespeichert und nennen günstige Verträge, die auf die jeweilige persönliche Situation zugeschnitten sind.

Einige Gesellschaften geben bei Vertragsabschluss übers Internet Rabatt. Besonders günstig sind reine Onlineanbieter, zum Beispiel Huk24, Ineas oder die Deutsche Internet Versicherung. Die Sorge, preisgünstige Unternehmen könnten im Gegenzug an der Regulierung sparen, wird durch Statistiken widerlegt. Auch die Beschwerdequoten beim Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen zeigen, dass es mit preisgünstigen Anbietern nicht unbedingt mehr Ärger gibt als mit bekannten Großunternehmen.

Günstige Rabatte

Der zweite Schritt zu günstigeren Beiträgen sind Rabatte. Hier treten die meisten Unternehmen inzwischen kürzer: Die vielen Nebenbedingungen, die bisher mit Rabatten verbunden waren, sind weniger geworden. Doch noch immer sind Preisnachlässe für Ehepaare oder Eltern mit kleinen Kindern zu finden. Ähnliches gilt, wenn ausschließlich der Kunde selbst oder nur er und sein Partner das Auto fahren. Auch Bahncard-Besitzer und Hauseigentümer bekommen bei einigen Gesellschaften Rabatt. Vorsicht: Mogeln ist auch hier nicht angesagt, zum Beispiel eine Garage zu erfinden, ein jüngeres Fahrzeugalter anzugeben oder Mitfahrer zu verschweigen. Kommt das heraus, wird im Regelfall die doppelte Prämie als Strafe fällig. Im schlimmsten Fall kündigt die Gesellschaft sogar den Vertrag – mit den bekannten Folgen.

Volle Deckung

Ganz wichtig: In der Haftpflicht eine möglichst hohe Deckung vereinbaren. Zwar kommt es selten vor, dass die gesetzlichen Mindestsummen von 2,5 Millionen Euro für Personen und 0,5 Millionen Euro für Sachschäden nicht reichen. Doch wenn, dann droht dem Autofahrer der finanzielle Ruin. Dagegen ist die Mehrprämie für „unbegrenzte Deckung“ gering – allerdings beschränken die meisten Unternehmen auch dann die Haftung, zum Beispiel bei Personenschäden meist auf 8 Millionen Euro.

Eine weitere Sparmöglichkeit ist es, in der Kasko Selbstbehalte zu vereinbaren. Dann muss der Kunde nach einem Schaden einen Teil davon aus eigener Tasche begleichen. Sinnvoll sind in der Teilkaskoversicherung 150 Euro Selbstbehalt, in der Vollkaskoversicherung 300 oder 500 Euro. Die Gesellschaft sollte den Kunden dann aber auch mit einem Verzicht auf die Selbstbeteiligung belohnen, wenn er bei Glasschäden mit einer Reparatur zufrieden ist, anstatt gleich die ganze Scheibe auszutauschen.

Tipp: Zwar ist die Vollkasko, bei der auch selbst verschuldete Schäden mitversichert sind, generell teurer als die Teilkasko. Doch bei langjährig unfallfreien Fahrern kann das anders aussehen. Sie haben in der Vollkasko einen besonders günstigen Schadenfreiheitsrabatt, während die Teilkasko keine SF-Staffeln kennt. Deshalb kann die Vollkasko manchmal preisgünstiger sein.

Gefährliche Manöver

Entsteht ein Schaden durch einen Zusammenstoß mit Haarwild (zum Beispiel mit Reh, Hirsch, Hase, Wildschwein, Fuchs oder Dachs), zahlt auch die Teilkaskoversicherung. Weicht der Fahrer dem Tier dagegen aus und kommt es dadurch zu einem Unfall, muss die Teilkasko nur bei berechtigtem Ausweichen zahlen. Und bei einem kleinen Tier sind gefährliche Brems- oder Lenkmanöver nicht berechtigt, weil dadurch ein sehr viel größerer Schaden entstehen könnte, als wenn der Wagen das Tier rammt. Bei größerem Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen ist Ausweichen in jedem Fall erlaubt, da ein Zusammenstoß erhebliche Sach- oder gar Personenschäden zur Folge haben könnte.

Tipp: Die Teilkasko sollte einen erweiterten Wildschutz vorsehen, sich also nicht nur auf Haarwild beziehen, sondern auch auf andere Tiere wie Kühe, Schafe, Pferde. Zusätzlich sollte sie Marderschäden abdecken.

Wer gern in den Urlaub fährt und sich dort ein Leihauto nimmt, sollte auch das Fahren eines Mietwagens im Ausland in den Haftpflichtschutz einschließen.

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