Autoversicherung Meldung

Den Führerschein in der Tasche, das erste Auto im Visier – fehlt nur noch die Versicherung. Mit unserer Computeranalyse finden auch Fahranfänger bezahlbare Angebote.

Um junge Autofahrer machen Versicherungsvertreter lieber einen großen Bogen. Schließlich sitzen bei 40 Prozent aller Raserunfälle Anfänger am Steuer. Bei Unfällen unter Alkoholeinfluss sind es 34 Prozent, bei riskantem Überholen 25 Prozent, zeigt eine Statistik des ADAC: Weil junge Kunden teuer werden können, bekamen unsere Testpersonen oft gar nicht erst eine Antwort, als sie bei 55 Versicherern um ein Angebot baten (siehe Test Autoversicherungen, 5/2007).

Grundsätzlich müssen die Unternehmen auch Fahranfänger nehmen, zumindest in der Haftpflicht. Denn diese Versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, jedes Auto muss eine haben. Doch junge Leute werden gern mit unerschwinglichen Prämien abgeschreckt. 4 646 Euro sollte der 19-jährige Testkunde in unserer Untersuchung für das teuerste Angebot zahlen, bei 230 Prozent Beitragssatz. Und da war der Alleinfahrer-Rabatt schon inklu­sive. Hätte der Student eine Police gewollt, bei der auch mal seine Freundin oder ein Kumpel ans Steuer darf, wären es im teuersten Fall unglaubliche 6 210 Euro geworden – pro Jahr und nur für die Haftpflicht. Da kostet die Autoversicherung den Führerschein-Neuling allein im ersten Jahr mehr als ein ordentlicher Gebrauchtwagen.

Eine Teilkasko oder eine Vollkasko machen die Versicherung noch teurer – wenn sie denn überhaupt zu haben sind. Denn diese Verträge gehören nicht zum Pflichtprogramm. Die Gesellschaften können frei entscheiden, mit welchem Kunden sie einen Vertrag abschließen und mit welchem nicht. Immerhin: Wer Preise vergleicht, kann eine Menge Geld sparen. So bot die Zurich Connect online in unserer Untersuchung den Haftpflichtvertrag für einen Fahranfänger schon ab 1 660 Euro an.

Auch „alte Hasen“ können sparen

Beim Vergleichen hilft unser Computerprogramm: Wir suchen aus rund 150 Tarifen günstige Angebote für Ihren individuellen Versicherungswunsch – nicht nur für Fahranfänger. Auch „alte Hasen“ können den Service nutzen.

Das lohnt aber nur, wenn Sie Ihren alten Vertrag außerordentlich kündigen können. In der Regel läuft der bis 31. Dezember. Vorzeitig aussteigen kann aber zum Beispiel, wer den alten Wagen verkauft und auf einen anderen umsteigt. Auch nach einem Schadensfall ist eine Kündigung möglich.

So können Fahranfänger sparen

Typ: Achten Sie beim Autokauf auf eine niedrige Typklasse. Welches Modell wie eingestuft ist, steht unter www.typklasse.de.

Eltern: Wenn die Eltern ein Auto versichert haben, am besten bei derselben Gesellschaft, stufen einige Anbieter den Fahranfänger mit 140 Prozent statt mit 230 Prozent ein. Sind die Eltern in der Autoversicherung des ADAC, bietet der Autoclub sogar 100 Prozent an plus ein Jahr Gratis-Mitgliedschaft, wenn der Wagen nicht über 90 PS hat und nicht älter als neun Jahre ist. Wer dann noch ein Fahrsicherheitstraining absolviert, kann noch einmal 5 Prozent sparen. Auch andere Gesellschaften gewähren Rabatt nach einem Fahrtraining.

Rabattübertragung: Ein älterer Fahrer, der in einer günstigen Schadenfreiheitsklasse (SF) versichert ist, kann seinen Rabatt auf einen jüngeren Fahrer übertragen. Für absolute Führerschein-Neulinge bringt das aber wenig, denn dem Empfänger werden nur so viele SF-Jahre gutgeschrieben, wie er seinen Führerschein hat. Ist die Fahrprüfung erst zwei Jahre her, gehen von 20 unfallfreien Jahren 18 verloren.

Kasko: Bei älteren Gebrauchtwagen lohnt keine Vollkaskoversicherung, oft auch keine Teilkasko, denn die gilt vor allem für Diebstahl, und ältere Autos werden eher selten gestohlen. Wenn Kasko, dann sind Verträge mit Werkstattbindung oft billiger.

Zusätze: Extras wie die Versicherung von Lawinenschäden sind oft teuer, aber nicht immer notwendig.

Rabatte: Fragen Sie nach Frauentarifen, Garagenrabatt, Preisnachlass für Alleinfahrer, für wenige Jahreskilometer oder Abschluss im Internet. Einige Gesellschaften geben einen Rabatt, wenn der Kunde vorher Mofa oder Moped fuhr, wenn er am „Begleiteten Fahren“ teilnahm oder an Sicherheitstrainings, ebenso für eine Bahncard oder für null Punkte in Flensburg.

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