Wenn eine Versicherungsgesellschaft ­ihrem Kunden Betrug vorwirft, muss sie dies konkret beweisen können. Ein bloßer Verdacht reicht dafür nicht aus. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor (Az. 10 U 38/03). Es gab damit der Klage einer Wohnwagenbesitzerin gegen ihren Versicherer weitgehend statt. Der vollkaskoversicherte Wohnwagen war durch Messerstiche stark beschädigt worden. Die Versicherungsgesellschaft weigerte sich jedoch, den Schaden zu begleichen. Denn die Klägerin habe ihn selbst verursacht, um an die Versicherungssumme zu kommen. Indiz dafür sei, dass sie sich geweigert habe, eine Skizze vom Tatort zu zeichnen. Dies sahen die Richter anders. Nicht die Kundin müsse ­beweisen, dass tatsächlich fremde Personen den Schaden verursacht haben. Vielmehr müsse die Versicherungsgesellschaft den „Vollbeweis“ dafür antreten, dass der Schaden von der Kundin vorgetäuscht werde.

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