Direktregulierung: Kein Ärger, weniger Geld

Kein Ärger mehr mit der gegnerischen Versicherung, das klingt eigentlich gut: Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, soll nicht mehr monatelang mit einer fremden Gesellschaft feilschen müssen, sondern kann sich vertrauensvoll an seine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung wenden. Sie ersetzt den Schaden. Das Geld holt sie sich vom gegnerischen Versicherer zurück. Der Kunde spart sich Laufereien und Formularkram. Das kaputte Auto wird ihm repariert wieder vors Haus gestellt.

„Direktregulierung“ nennen die Gesellschaften das. Sie wollen damit Kosten bei der Unfallregulierung sparen, zum Beispiel Honorare für Sachverständige und Rechtsanwälte. Aber auch Mietwagenkosten können durch eine rasche Schadenregulierung gedrückt werden, ebenso Reparaturkosten, wenn mit Werkstätten günstige Sonderkonditionen ausgehandelt werden.

Für den Kunden jedoch kann der Schuss nach hinten losgehen. Der eingesparte Rechtsanwalt hätte ja in erster Linie seine Interessen vertreten, ihn auf Rechtsansprüche wie Wertminderung, Nutzungsausfall, Nebenkostenpauschale hingewiesen. Wichtig ist das erst recht, wenn die Schuldfrage strittig ist. Statt umfassend von einem Anwalt beraten zu werden, erhält der Geschädigte in der Direktregulierung lediglich Auskünfte seines Versicherers.

Bisher haben die Versicherer sich nicht auf eine flächendeckende Einführung des Systems einigen können. Doch einige Unternehmen preschen im Alleingang vor. Die Mannheimer bietet einen entsprechenden Tarif gegen Aufpreis, ebenso die Itzehoer.

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