Autoversicherung Meldung

Im Kampf um die Kunden bieten viele Autoversicherer einen günstigeren ­zweiten Tarif an.

Die Allianz-Versicherung liegt im Kampf um Kunden mit ihren eigenen Vertretern über Kreuz. Einige wehren sich gegen geringere Provisionen für einen günstigeren Kfz-Tarif.

Wie andere Autoversicherer hat die Allianz zwei Tarife im Angebot. Sie nennt den teureren „Optimal“ und den günstigeren „Kompakt“. Den Verkauf des Kompakt-Tarifs macht der Versicherer seinen Vertretern allerdings nicht gerade schmackhaft. Er zahlt ihnen nur eine Provision von 6 Prozent des Jahresbeitrags statt 10 Prozent wie beim Optimal-Tarif.

Dagegen klagten zwei Vertreter, und das Landgericht München I gab ihnen recht (Az. 10 HK O 1977/07, nicht rechtskräftig). Die verminderte Provision sei durch die „Allgemeinen Provisionsbestimmungen“ der Allianz nicht gedeckt, so das Gericht. Die Provisionskürzung sei „unzumutbar“. Vom Vorschlag der Allianz an die Vertreter, „den Kunden grundsätzlich und primär den Optimal-Tarif anzubieten“ und so der Provisionskürzung zu entgehen, ließen sich die Richter nicht beeindrucken.

Der Versicherer will offensichtlich lieber den teureren Tarif verkaufen. Der Kompakt-Tarif diene dazu, „preissensible Kunden“ zu binden, so die Allianz in einer Mitteilung an ihre Vertreter.

Für unseren Autoversicherungstest im November 2006 konnten wir nicht einmal die Versicherungsbedingungen des Kompakt-Tarifs bekommen. Unsere Tester ­fragten in etlichen Allianz-Vertretungen nach. Keine rückte sie heraus.

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