Autoversicherung Meldung

Nach einem Autounfall hat der Geschädigte die Wahl: Entweder zahlt die Versicherung die Reparatur oder den entsprechenden Geldbetrag. Letzteres, die "fiktive Reparatur", möchten die Gesellschaften zurückdrängen. Ein Weg dazu: gebrauchte Teile. Weil kein Kunde Anspruch darauf hat, dass sein Auto mit Neuteilen geflickt wird, testet zum Beispiel die Allianz in einigen Filialen die zeitwertgerechte Reparatur: "Wir hoffen auf Einsparungen von rund 3,5 Prozent", erklärt Pressesprecher Wolfgang Heilmann. Hauptproblem ist jedoch, dass es viel zu wenig verwertbare Gebrauchtteile gibt. "Es fehlt die flächendeckende Infrastruktur", fürchtet der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Da sorgt sich auch Jurist Paul Kuhn vom ADAC: "Am Ende taucht ein und dasselbe Teil bundesweit in 20 verschiedenen fiktiven Reparaturabrechnungen auf, obwohl es nur einmal verfügbar ist."

Betroffene Versicherte können sich kaum gegen solche Methoden wehren: Wenn als Alternative Neuteile angeboten werden, droht bei älteren Pkw ein Abzug "Neu für Alt", weil das Auto durch die Reparatur an Wert gewonnen hat ­ dann muss der Kunde einen Teil der Rechnung selbst zahlen.

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