Autounfall im Ausland Meldung

Pardon. Je ne comprends pas. Je vais chez le Schadenregulierungs-Beauftragten.

Nach einem Unfall im Ausland ist es oft schwer, an sein Geld zu kommen. Wir sagen, was Sie von den Versicherern in den wichtigsten Urlaubsländern erwarten können.

Die ersten deutschen Urlauber verlassen wieder ihre südlichen Feriendomizile an Sonne, Sand und Meer gen Norden. ­Einige werden neben Wein und Kunsthandwerk auch weniger schöne Souvenirs mit nach Hause bringen. Jährlich geraten rund 150 000 Deutsche unverschuldet in einen Verkehrsunfall im Ausland.

Auslandsunfälle bedeuten Stress: Fremde Sprache, fremdes Recht, eine Flut von Papieren. Zudem sind die Schadenersatzleistungen von Land zu Land sehr unterschiedlich (siehe Tabelle). „Es ist sehr wichtig, den Unfall genau zu dokumentieren – mit Fotos und anhand des ­Europäischen Unfallberichts“, rät Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

Zu Hause sollte sich der Geschädigte an den Schadenregulierungsbeauftragten der ausländischen Versicherung wenden. Jeder europäische Versicherer hat in jedem EU-Land einen solche Stelle, die sich um die Abwicklung des Schadens kümmert. Hat sie nach drei Monaten nicht oder nicht angemessen reagiert, kann man sich an die nationale Entschädigungsstelle, den Verein Verkehrsopferhilfe in Hamburg, wenden.

Für Schäden am Fahrzeug kommt auch die eigene Vollkaskoversicherung auf. Dann erhöht sich aber anschließend meist der Beitrag für den Geschädigten. Lediglich die fällige Selbstbeteiligung übernimmt der gegnerische Haftpflichtversicherer häufig. Auch dies ist ein Fall für den Schadenregulierungsbeauftragten.

Teure Klage im Ausland

Will der Geschädigte klagen, muss er dies allerdings im Ausland tun. Wer keine Rechtsschutzversicherung hat, sollte sich bei kleineren Schäden gut überlegen, ob er es auf einen Prozess ankommen lässt. ­Anwaltskosten werden von vielen ausländischen Versicherern selbst dann nicht übernommen, wenn der Geschädigte den Prozess gewinnt.

„Ich habe nicht geklagt“, sagt Thomas Noding nach seinem Unfall in Frankreich. Die Anwaltskosten wären für den 40-Jährigen Karlsruher höher gewesen als die Schadenszahlung der Versicherung.

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