Nach einem Autounfall darf sich der Geschädigte keinen überteuerten Leihwagen nehmen, auch wenn der Autoverleiher für ein günstigeres Angebot eine Kaution oder Vorkasse verlangt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. VI ZR 36/06).

Ein Unfallgeschädigter mietete einen Ersatzwagen für die Zeit, in der sein Auto repariert wurde. Obwohl er vom gegnerischen Versicherer und von der Leihfirma auf die unterschiedlichen Tarife hingewiesen wurde, entschied er sich für den erheb­lich teureren Unfallersatztarif, da er hier keine Kaution hinterlegen und das Geld nicht vorstrecken musste.

Der Versicherer braucht nun die Kosten nicht voll zu tragen, urteilte der BGH. Zwar müsse der Geschädigte nicht generell in Vorleistung treten. In diesem Fall habe er aber Zeit gehabt, mit dem Versicherer einen Vorschuss zu vereinbaren.

Nach einem anderen BGH-Urteil (Az. XII ZR 50/04) ist ein ähnlicher Fall anders beurteilt worden, weil der Geschädigte über die unterschiedlich teuren Tarife nicht informiert worden ist.

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