Autounfall Meldung

Geschieht ein Autounfall und einer der Beteiligten war gerade dabei auszusteigen, gilt er zunächst automatisch als schuldig.

Steigt ein Autofahrer aus seinem Wagen aus und es kommt dadurch zu einem Unfall mit einem anderen Fahrzeug, gehen die Richter zunächst automatisch von der Schuld des Aussteigenden aus. Denn der „Beweis des ersten Anscheins“ spricht für die Richter dafür, dass der aussteigende Fahrer nicht aufgepasst hat. Dies hat das Kammergericht Berlin bestätigt (Az. 12 U 330/02).

Diesen Anscheinsbeweis kann der Ausgestiegene aber entkräften. Er muss dafür beweisen, dass zumindest die Möglichkeit besteht, dass nicht er, sondern der Unfallgegner unachtsam war. Das kann er zum Beispiel mit einem Zeugen, der bestätigt, dass der andere Fahrer zu dicht an der geöffneten Tür vorbeigefahren ist.

Gelingt es dem Beschuldigten, den Anscheinsbeweis zu erschüttern, dann gelten die normalen Beweisregeln: Wer vor Gericht etwas fordert, muss auch den entsprechenden Beweis liefern.

Will also der andere Autofahrer seinen Schaden ersetzt bekommen, muss er nun die tatsächliche Schuld des Ausgestiegenen beweisen.

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