Kann eine Autofahrerin ihren Wagen nach einem Unfall wegen eines gerichtlichen Gutachtens länger nicht nutzen, hat sie für diese Zeit Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung. Der gegnerische Versicherer muss für den gesamten Zeitraum zahlen, in dem ihr das Auto nicht zur Verfügung stand, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. I-1 U 212/07). In dem Fall waren es 98 Tage.

Der Wagen der Klägerin war von einem zurückrollenden Lkw gerammt worden. Der Lkw-Fahrer behauptete, die Frau sei auf sein Fahrzeug aufgefahren. Unfallzeugen gab es nicht. Die Autofahrerin beantragte, den Hergang gerichtlich zu klären. Das durfte sie, urteilten die Richter, denn die Frau habe nicht erwarten können, nach der Aussage des Lkw-Fahrers den Schaden vom gegnerischen Versicherer erstattet zu bekommen.

Auch wenn die richterliche Prüfung ungewöhnlich lange gedauert habe und sich dadurch die Reparatur verzögerte, müsse der Versicherer für den Nutzungsausfall in dieser Phase zahlen.

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