Autounfall Meldung

Autoversicherer dürfen von einem Versicherten verlangen, dass er sich mit 20.000 Mark und mehr an den Kosten beteiligt, wenn er einen Unfall verursacht hat. Das gilt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Az. 20 W 12/99), wenn der Versicherte zum Beispiel doppelt gegen seine Pflichten verstoßen hat.

Üblich ist nach den Versicherungsbedingungen ansonsten nur ein Regress von bis zu 10.000 Mark. Der Versicherer kann ihn unter anderem verlangen bei Fahren unter Alkoholeinfluss oder ohne Führerschein, bei Fahrerflucht, abgefahrenen Reifen, frisiertem Fahrzeug sowie bei falschen Angaben zum Unfallhergang.

Im verhandelten Fall hatte ein Autofahrer betrunken einen Verkehrsunfall verursacht und dann auch noch den Unfallort verlassen. Sein Kfz-Haftpflichtversicherer glich die Forderungen der Unfallgeschädigten zwar zunächst in vollem Umfang aus, verlangte von seinem Kunden dann aber 20.000 Mark zurück, also das Doppelte des maximal üblichen Regresses.

Das Gericht gab der Versicherungsgesellschaft Recht. Wer schon vor der Fahrt gegen seine Pflichten verstoße, dürfe keinen Freibrief für einen weiteren Verstoß bekommen, argumentierten die Hammer Richter.

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