
Ökostrom-Spezialistin Eva Hauser. Sie arbeitet am Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES) in Saarbrücken. © Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme
Sorgt der Abschluss eines Ökostromtarifs dafür, dass mehr Windkraft- oder Solaranlagen gebaut werden? Wir sprachen darüber mit der Energie-Expertin Eva Hauser.
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Testergebnisse für 57 LadestromtarifeEnergiewende beschleunigen
Empfehlen Sie den Abschluss eines Ökostromtarifs?
Ja. Der Abschluss führt jedoch nicht automatisch zu mehr Windrädern oder Solaranlagen. Viele Ökostromanbieter setzen mit dem Geld ihrer Kunden aber wichtige Projekte um, die die Energiewende beschleunigen. Zum Beispiel fördern sie neue Speichertechnologien, Solarthermieanlagen, Energiegenossenschaften, Elektromobilität und teilweise auch den Naturschutz.
Was führt zum Ausbau der erneuerbaren Energien?
Der wichtigste Treiber für den Ausbau ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es garantiert den Investoren von Windparks, Solar- und Biogas- oder Wasserkraftanlagen eine feste Vergütung, unabhängig von den Marktpreisen für Strom. So erhalten sie Investitionssicherheit. Wie stark das EEG den Ausbau vorangebracht hat, zeigt die folgende Zahl: 87 Prozent des Stroms, der aus erneuerbaren Energien stammt, kam im Jahr 2017 aus Anlagen, die das EEG erst ermöglicht hat.
EEG-Umlage sorgt für mehr regenerative Energien
Bezahlt haben das alles private Haushalte mit der EEG-Umlage.
Genau, und kleinere Unternehmen. Die EEG-Umlage kostet ab 2020 inklusive Mehrwertsteuer etwa 8 Cent pro Kilowattstunde. Dafür erhält jeder Haushalt hierzulande 40 Prozent Ökostrom. So hoch ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung.
Was bewirken dann Ökostromtarife?
Damit die Energiewende gelingt, brauchen wir nicht nur neue Anlagen zur umweltfreundlichen Stromerzeugung. Wichtig sind auch innovative Klimaschutzprojekte. Gute Ökostromtarife nutzen Kundengelder genau für solche Projekte und belegen dies für jeden nachvollziehbar.
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Solange es keine vernünftige Infrasruktur für E-Autos im Land und darüber hinaus in Europa gibt, sind das alles "Insider-Informationen"! Nicht dass ich das den jetzigen E-Auto-Nutzern nicht gönne - aber derzeit kann doch eigentlich ernshaft nur jemand ein E-Auto nutzen, der ein Häuschen besitzt - oder? Und zum Thema, den für sich abgeschlossenen Tarif müsste der Nutzer natürlich auch an jeder öffentlichen Ladesäule nutzen können - technisch wäre das kein Problem, nur scheint unsere "Geldraff-Industrie" daran wenig Interesse zu zeigen und unsere Regierung ist wie immer die letzte Stelle die sich an der Diskussion beteiligt und versucht dann wie immer später wenn alles von der Industrie nach ihren Wünschen festgelegt ist, eine gesetzliche Regelung darüber zu stülpen, was schon im Ansatz scheitern muss! Und für vernünftige Regelungen und Gesetze im Vorfeld feht ganz offensichtlich die Kompetenz (und offensichtlich auch der wirkliche Wille).
Hallo, ich weiß die Strompreise sind z.Z. starken Schwankungen unterworfen, aber ich finde im Tarikvergleich gar keine Preise, oder habe ich Tomaten auf den Augen.
Das enttäuscht mich am Artikel.
Ein weiterer Punkt, der bei meiner Anbieterwahl eine große Rolle spielt: Wieviel des verkauften Stroms des Anbieters ist Öko-Strom aus !! eigener !! Erzeugung mit eigenen Anlagen. Das wäre vielleicht was für den nächsten Test.
Michael
@alle: In Finanztest 03/2022 werden wir das Thema aufgreifen und dazu berichten.
@Gutmensch: Bitte gedulden Sie sich. Wir haben dazu noch nicht berichtet und können Ihnen daher nicht mit Detailinfos dienen. Ich kann Ihnen auch nicht sagen, zu wann Sie einen Artikel dazu auf test.de finden werden.
Vielen Dank, dass sich die StiWa mit dem Thema "THG-Quote" befassen möchte. Konkret stehe ich aber schon heute vor der Frage, ob ich beispielsweise das Angebot von MAINGAU annehmen soll, um für 2022 260 € zu kassieren oder nicht. Empfiehlt die StiWa andere Anbieter? Kann ich mir mit meiner Entscheidung Zeit lassen (z.B. bis Endes des Jahres 2022) oder habe ich dann einen finanziellen Verlust?