Moderne Autos sind voll gestopft mit Elektronik. Das zehrt an den Strom­reserven. Nur ein guter Akku sichert auch Laternenparkern aus­reichende Startkraft nach frostiger Nacht.

Wer macht wieder mit beim Frostpoker? Mitspielen kann jeder Autofahrer, der den morgendlichen Nervenkitzel liebt. Wichtigste Spielregel: Vor Winterbeginn bloß nicht um die Autobatterie kümmern. Sich dann auf die erste Frostnacht freuen, am nächsten Morgen ins Auto setzen, kalt starten und warten. Springt der Motor an, hat der Spieler die besseren Karten. Gibt der Motor keinen Mucks von sich, hat der Fahrer verloren und muss Lehrgeld bezahlen.

Wer seinem Glück nicht traut, der pflegt besser das unauffällige Kraftpaket in seinem Auto. Auch durch Werbeversprechen wie „wartungsarm“ oder „absolut wartungsfrei“ sollte er sich nicht bremsen lassen. Ein kritischer Blick auf die Starterbatterie und ein paar Handgriffe empfehlen sich – noch bevor sich der Winter durch vereiste Autoscheiben ankündigt.

Kriechströme verhindern

Die Batterieoberfläche sollte immer sauber und trocken sein. Sonst können sich Kriechströme bilden, die die Batterie unnötig entladen. Auch die Stopfen reinigen. Durch kleinste Öffnungen entweichen dort Gase, die in der Batterie beim Aufladen durch die Lichtmaschine entstehen. Außerdem sollte geprüft werden, ob die Kabelanschlüsse fest sitzen. Wenn nicht, müssen die Schrauben angezogen werden. Die Kontakte sollte man ein wenig mit Polfett einfetten.

Verbliebene Leistung beurteilen

Bei verschweißten oder verschlossenen Autobatterien kann niemand den Flüssigkeitsstand prüfen und destilliertes Wasser nachfüllen. Zudem ist der Wasserverbrauch bei modernen Strompaketen durch verän­derte Bleilegierungen und geringeren Antimongehalt kräftig reduziert worden. Hat der Bleiakku aber schon mehrere Winter durchgehalten, sollte bei Gelegenheit ein Fachmann die verbliebene Leistung des Starterpakets beurteilen.

Steht am Ende doch ein Batteriewechsel an, hilft unser Test von 16 wartungsfreien 12-Volt-Starterbatterien weiter. Kennzeichen dieses Typs: die im Gehäuse versenkten, kaum zu erkennenden Verschlussstopfen mit einem großen Kreuzschlitz. Die ausgewählte Batteriekapazität von 60 bis 66 Amperestunden eignet sich für viele Kompakt- und Mittelklasseautos mit Benzinmotoren.

Müde Autobatterien sind in diesem Testfeld reichlich, „gute“ selten vertreten. Nur drei – Banner, Moll und Arktis Qualitätsbatterie – wären unter Winterbedingungen verlässliche Partner. Sie kamen mit einem „guten“ test-Qualitätsurteil ins Ziel, nicht zuletzt wegen ihrer Haltbarkeit. Fünf schafften noch ein „Befriedigend“, vier waren nur „ausreichend“. Vier weitere Fabrikate (Bären Profi, Eurostart, Eurostar und High Power) fielen mit einem „Mangelhaft“ aus dem Rennen. Ihre Schwachpunkte: hoher Wasserverbrauch, Probleme beim Laden und Entladen und rasche Korrosion der Leiterplatten. Bei der Bären-Profi-Batterie entsprach die angegebene Kapazität nicht der von uns gemessenen. Unter den „mangelhaften“ sind auch die beiden billigsten Batterien für je 41 Euro. Die teuerste im Test, die Varta Silver Dynamic für 133 Euro, besticht durch „sehr gute“ Gebrauchseigenschaften, machte aber in der Haltbarkeit schneller schlapp als andere.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2858 Nutzer finden das hilfreich.