Autopreise Meldung

Ausgerechnet zu Hause kassieren VW und andere deutsche Autohersteller die höchsten Preise. Ohne Steuern und Abgaben ist ein handelsüblicher 75 PS-Golf in Dänemark fast 2.700 Euro oder 22 Prozent billiger als in Deutschland. Grund: Die Preispolitik des Autokonzerns. Je nach Region und Wettbewerbssituation müssen Händler für dasselbe Auto unterschiedliche Preise zahlen. Doch damit ist bald Schluss. Die EU verlangt von den Herstellern, künftig alle Interessenten zu fairen Konditionen zu beliefern. Das Ziel: Statt der Konzerne soll künftig der Wettbewerb die Preise bestimmen.

Ende für den Exklusiv-Vertrieb

Bislang belieferten VW und Co. fast ausschließlich Vertragshändler. Diese verkauften die Autos der betreffenden Marke in einem bestimmten Gebiet exklusiv. Dafür mussten sie sich bei Preisgestaltung und Service an enge Vorgaben halten. Doch diese wettbewerbsfeindlichen Exklusiv-Verträge sind noch für höchstens elf Monate zulässig. Bisher erlaubte die so genannte „Gruppenfreistellungsverordnung“ den Autokonzernen die Gängelung der Händler. Doch jetzt wird die alte Regelung aufgehoben. Bis Oktober 2003 müssen die Hersteller ihren Vertrieb auf fairen Wettbewerb trimmen.

Hoffnung auf sinkende Preise

Käufer von Neuwagen werden zukünftig unter mehr Angeboten wählen können. Händler erhalten die Chance, Wagen unterschiedlicher Fabrikate anzubieten und ihre Angebote überall in Europa zu vertreiben. Konkurrenz bekommen die reinen Autohändler später womöglich noch von Supermärkten und anderen Anbietern. Experten rechnen damit, dass die Preise sinken werden. Vor allem bei Massenmodellen von Herstellern wie VW und Opel dürfte sich der Wettbewerb für Autokäufer auszahlen.

Freie Wahl auch beim Service

Änderungen bringt die EU-Initiative für mehr Wettbewerb auch beim Service. Bislang konnten die Autohersteller die Zahl der Reparaturbetriebe für ihre Modelle selbst festlegen. Künftig müssen sie jede Werkstatt autorisieren, die bestimmte Anforderung an Ausstattung und Know-how erfüllt. Auch für Wartungsarbeiten und Inspektionen werden Autobesitzer künftig auf preisgünstige Werkstätten zurückgreifen können, ohne die Herstellergarantie zu gefährden. Einzige Voraussetzung: Die Werkstatt muss vom Hersteller zugelassen sein.

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