400 Auto­kinder­sitze im Test

Seitliche Schutz­kappen – das müssen Eltern tun

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400 Auto­kinder­sitze im Test - Gute Sitze gibt es schon ab 40 Euro
Seiten­ohren. Die Dämpfer aus Hart­schaum oder Plastik sollen den Aufprall beim Seiten­crash mindern. © OSTKREUZ / Jordis Antonia Schlösser

Viele Auto­kinder­sitze haben Plastikohren an der Seite. Sie sollen die Wucht eines Seiten­aufpralls mindern. Dafür müssen Eltern aber verstehen, was sie tun müssen.

400 Auto­kinder­sitze im Test Testergebnisse für 400 Auto­kinder­sitze

Inhalt

Gut gedachter Dämpfer für die Fens­terseite

Viele Sitze haben seitlich einen Plastik- oder Styroporknubbel. Eltern müssen diesen Dämpfer je nach Modell anste­cken, umste­cken oder ausklappen. Bei einem seitlichen Crash treten enorme Beschleunigungs­kräfte auf, der Sitz mit dem Kind prallt an den Türrahmen.

Dieser Schleuderweg soll möglichst kurz sein. Und der Aufprall möglichst gedämpft. Dabei sollen die Plastikteile seitlich an den Sitzen helfen. Das Element wird nur an der Sitzseite zum Fenster hin benötigt. An der Innenseite kostet es unnötig Platz.

Schlecht gemachte Schützer bringen wenig

Die Prüf­eltern im Test 2021 scheiterten im Umgang mit einigen dieser Schützer. Beim Peg-Pérego Primo Viaggio haben viele nicht erkannt, dass sie Schutz­kappen ausklappen können. Bei anderen muss das Schutz­ohr erst angebracht werden.

Bei den Axkid-Sitzen brach das einzukli­ckende Polster von der Halterung. All das lädt zu gar keinem oder falschem Gebrauch ein und brachte diesen Sitzen eine leichte Abwertung in der Note für die Hand­habung ein.

Es gibt auch gute Beispiele

Am besten im Test 2021 schnitt diesbezüglich der Cybex Pallas G i-Size ab. Die Ohren sind beim Kauf auf beiden Seiten dran und lassen sich an der Innenseite unkompliziert entfernen. Wenn die Polster richtig sitzen, dann können sie auch helfen, wenn ein anderes Fahr­zeug in die Seite rauscht.

Sie sind jedoch nur ein Teil des Systems Auto­kinder­sitz. Die seitlichen Wangen in Höhe des Kopfes und wie immer korrektes und straffes Anschnallen sind weitere Voraus­setzungen für einen guten Schutz.

400 Auto­kinder­sitze im Test Testergebnisse für 400 Auto­kinder­sitze

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Liza74 am 26.07.2022 um 11:05 Uhr
Cybex solution s i-fix oder Cybex Solution s2? Nac

@Dilledöppchen @Stiftung_Warentest: Ich habe bei Cybex nachgefragt und der Unterschied liegt in der Verpackung. Laut Hersteller wurde bei dem S der Seitenaufprallschutz häufig nicht aktiviert. Deshalb wurde die Verpackung des S2 dahingehend angepasst, dass sich der Seitenaufprallschutz sofort aktiviert, wenn der Sitz aus der Verpackung geholt wird. Dadurch müssen die Eltern den Schutz manuell deaktivieren und wissen anschließend dass es in gibt und wie er funktioniert. :)

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.05.2022 um 13:59 Uhr
Cybex solution s i-fix

@Dilledöppchen: Leider haben wir den Autokindersitz Cybex Solution s2 nicht überprüft und können dazu leider keine Aussage machen. Bitte wenden Sie sich direkt an den Anbieter mit der Frage, ob eine Baugleichheit vorliegt.

Dilledöppchen am 31.05.2022 um 13:49 Uhr
Cybex solution s i-fix oder Cybex Solution s2?

Sehr geehrtes Expertenteam,
mein Sohn wird im September 4 Jahre alt und fährt bisher im Reboarder von besafe und passt dort von der Körpergröße eigentlich noch sehr gut rein, der Sitz hinten ragt noch recht weit über den Kopf hinaus. Mir wäre am Liebsten er führe darin solange er noch reinpasst, da dies wahrscheinlich das Sicherste ist.
Allerdings beschwerte er sich bei längerem Sitzen zuletzt (3 Stunden), dass er nicht mehr gut sitzen könne und ihm das Sitzen wehtue.
Meine Vermutung ist, dass er durch das Anziehen der Bein zu sehr auf dem Sitzbeinhöckern sitzt und ihm das weh tut nach 2 Stunden Fahrt.
Daher wollen wir uns nun den Cybex solution s i -fix kaufen. Allerdings wird hauptsächlich das Nachfolgermodell s2 angeboten. Ist dies baugleich und sind daher die Testergebnisse vom Vorgängermodell zugrunde zu legen? Ich habe gelesen, dass das Nachfolgermodell denn Seitenaufprallschutz direkt aktiviert hat und somit noch sicherer ist.
Vielen Dank für Ihre Hilfe und Einschätzung

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.04.2022 um 13:01 Uhr
Sitze mit Airbags, drehbare Reboarder

@martin.unterholzner: Airbags füllen sich bei einem Unfall binnen Millisekunden mit Gas. Der Kunststoffbeutel soll verhindern, dass der Kopf mit Wucht irgendwo aufprallt. Diese Technik gibt es nun auch für Autokindersitze. Das erste Produkt dieser Art stammt von Maxi-Cosi, den wir schon untersucht haben.
Sensoren in der Sitzhalterung geben das Signal an eine Steuerung. Sie löst den Airbag aus. Luftsäcke schnellen aus den Brustgurten und bilden ein Kissen vor dem Gesicht des Kindes. Der Airbag senkt die gemessenen Belastungen für Kopf und Nacken beim Frontcrash, aber nur wenn das Kind in Fahrtrichtung sitzt. Sicherer ist es indes, den kleinen Passagier entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren. Dann ist ein Airbag unnötig. Auch beim Seitenaufprall hat der Luftsack keine Vorteile. Billigere Produkte aus unseren Tests von Autokindersitzen, auch vom selben Anbieter, bieten hier Besseres.
Ihre Anregung weitere Sitze mit Airbag sowie drehbare Reboarder zu untersuchen nehmen wir gern auf. Das Qualitätsurteil lässt sich von untersuchten reinen Reboardern nicht auf drehbare Schwestermodelle übertragen. Bislang haben wir vier drehbare Reboarder mit guten test-Qualitätsurteilen untersucht.

martin.unterholzner am 16.04.2022 um 22:17 Uhr
Modellvorschläge und Benchmark-Optimierung?

Hallo Stiftung-Warentest-Team,
zuerst bedanke ich mich für die professionellen Tests, welche für mich bei der Kaufentscheidung sehr wichtig sind.
Dann möchte ich noch zwei Anregungen für die nächste Testreihe für Kindersitze geben:
Cybex Anoris T (scheint der erste Sitz mit Airbag zu sein?)
BeSafe iZi Turn i-Size
Zuletzt habe ich noch eine Frage bzw. einen Zweifel: Manche Modelle sind reine Reboarder (z. B. von BeSafe oder Joie). Diese haben Spitzenwerte bei der Sicherheit. Aber es gibt bei BeSafe und Joie Schwestermodelle (den genannten BeSafe iZi Turn oder bei Joie die 360er Modelle), welche auch in die Fahrtrichtung gedreht werden können. Das Testverfahren analysiert alle Einbauvarianten und bewertet dann das schlechteste Ergebnis. Entsteht da nicht ein Anreiz, nur für das Spitzenergebnis beim Sicherheitstest einen reinen Reboarder ins Rennen zu schicken, während in der Praxis die meisten Eltern dann doch zu den drehbaren Schwestermodellen greifen?