So fährt Ihr Kind sicher mit

Der beste Sitz taugt nichts, wenn er nicht richtig auf Ihr Kind abge­stimmt oder falsch befestigt ist. Mit unseren Tipps ist Ihr Kind sicher unterwegs.

Babys fahren rück­wärts

Auto­kinder­sitze im Test Test

Babys und Klein­kinder sind deutlich besser geschützt, wenn ihre Sitz­schale entgegen der Fahrt­richtung – also als Reboarder – montiert ist. Dadurch verringert sich die Last auf Hals und Wirbelsäule bei der häufigsten Unfallart, dem Frontal­aufprall. Experten empfehlen Rück­wärts­sitzen bis zu einem Alter von zwei­einhalb bis vier Jahren, mindestens aber, bis das Kind sicher laufen kann. Erst dann können Hals und Nacken auch in Fahrt­richtung einem Aufprall einigermaßen widerstehen.
Daten­bank: Autokindersitze, geeignet für rückwärtigen Einbau.

Bis zu 12 Jahren mit Sitz­hilfe

So wichtig Rück­wärts­sitzen für die Kleinsten ist, so empfehlens­wert ist es, Kinder bis zu zwölf Jahren nicht ohne Kinder­sitz oder Sitz­erhöhung mit Rückenlehne im Auto mitzunehmen. Bis zu diesem Alter ist das Becken noch nicht genügend ausgewachsen. Deshalb kann ein ungünstig verlaufender Fahr­zeuggurt bei einem Unfall zu erheblichen Verletzungen im Unterleib führen. Ein präzise über die Beckenknochen geführter Gurt senkt dieses Risiko. Ist das Kind mindestens 1,50 Meter groß, können Eltern unbe­sorgt auf eine Sitz­erhöhung verzichten.

Bequemer Einbau dank Isofix

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Isofix-Ösen auf der Rück­bank, zwischen Rück­lehne und Sitz.

Wenn Sie Isofix-Halterungen im Auto haben, sollten Sie die nach Möglich­keit für den Kinder­sitz nutzen. Isofix-Sitze sind fest mit der Karosserie verankert. Alle neuen Pkws ab 2014, aber auch viele ältere, haben diese genormte Verbindung. Isofix-Halterungen sind zwei stabile Ösen in der Ritze zwischen Sitz und Lehne. Meist auf den äußeren Rück­sitzen. Passende Isofix-Sitze mit Haken können in diesen Ösen einrasten. So entsteht eine sichere Verbindung. Achten Sie darauf, dass der Isofix-Sitz Ihrer Wahl für Ihr Fahr­zeug zugelassen ist. Die Zulassung zeigt, dass der Anbieter den Sitz auch mit Ihrem Fahr­zeug­typ getestet hat. Isofix ist jedoch kein Garant für gute Qualität. Es kommen immer wieder Produkte in den Test, die in unseren Crashtests nicht genügend Schutz bieten. Wählen Sie möglichst einen guten Isofix-Sitz aus.
Daten­bank: Autokindersitze mit Isofix-Befestigung.

Isofix mit Auto­gurt

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In Sitzen für Größere werden Kinder mit dem Fahr­zeuggurt ange­schnallt, der Kinder­sitz selbst per Isofix auf dem Auto­sitz befestigt. Das Unterteil des Kinder­sitzes funk­tioniert als Sitz­erhöher, die Rückenlehne schützt bei einem Seiten­aufprall und führt den Fahr­zeuggurt optimal. Die Rückenlehne hilft auch, wenn Kinder während der Fahrt einschlafen. Der Oberkörper bleibt in Position und rutscht nicht unter dem Gurt weg. Das sorgt zusätzlich für Sicherheit.

Universal-Kinder­sitz mit Auto­gurt

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Den Universalsitz befestigen Sie mit dem Auto­gurt. Stellen Sie die Sitz­breite und die Kopf­stütze des Kinder­sitzes exakt auf ihr Kind ein.

Universal-Kinder­sitze werden nur mit dem Drei­punkt-Auto­gurt befestigt. Vorteil: Sie passen in praktisch jedes Fahr­zeug das Sicher­heits­gurte hat. Oldtimer zum Beispiel. Seit den 1970er Jahren haben Autos serien­mäßig Sicher­heits­gurte. Mit ihnen werden Babyschalen oder Kinder­sitze befestigt, indem der Gurt um den Kinder­sitz herum­geführt wird – Gurtführungen halten den Fahr­zeuggurt in Position. In manchen Fahr­zeugen ist der Gurt dafür zu kurz. Deshalb: Vor dem Kauf ausprobieren ob der Sitz ins Auto passt. Babyschalen und manche Sitze für Klein­kinder haben eigene Hosen­trägergurte, um die Kinder zu sichern. Alternativ kommen Fang­körper zum Einsatz. Eine komfortable Lösung für die Babyschale ist eine Basis, die mit dem Drei­punkt-Auto­gurt befestigt wird. Sie kann im Auto bleiben. Praktisch: Sie klinken die Schale samt Kind einfach nur ein und am Ziel wieder aus.
Daten­bank: Universal-Kindersitze für den Autogurt.

Isofix – Darauf sollten Sie achten

  • Isofixbasis. Das entsprechende Zusatz­teil für Babyschalen und Gruppe-I-Sitze mit Isofix. Die Isofixbasis greift in die Isofixösen des Fahr­zeugs. Sie bleibt im Auto. Die Babyschale oder der Kinder­sitz rasten dann auf dieser Basis ein. Vorteil: Sie können den Sitz samt Kind bequem aus dem Auto nehmen.
  • i-Size. Die i-Size-Sitze können in Fahr­zeugen mit Isofix-Halterungen montiert werden. Das passt. Ist das Fahr­zeug i-Size-zertifiziert, kann sich der Nutzer sicher sein, dass der Sitz auch zum Fahr­zeug passt. Dann steht zum Beispiel der sitzeigene Stützfuß bestimmt nicht auf einer Staufach-Abdeckung, es sei denn sie ist stabil genug, den Sitz auch bei einem Unfall zu tragen.
  • Top Tether. Einige Isofix-Kinder­sitze haben einen Haltegurt oben am Kinder­sitz. Das ist eine Alternative zum Stützfuß. Nutzen Sie Top Tether, wenn Fahr­zeug und Kinder­sitz dafür ausgelegt sind. Verbinden Sie Top Tether mit dem dafür vorgesehenen Anker­punkt im Fahr­zeug. Der befindet sich auf der Hutablage oder im Kofferraum. Verwenden Sie nur Ösen, die mit dem Anker­symbol für Top Tether gekenn­zeichnet sind. Keine normalen Gepäck­ösen.

Gurte und Stütze – darauf sollten Sie achten

  • Fang­körper. Beim Unfall rollt das Kind über den gepols­terten Tisch ab. Bewegung und Polster mindern die Kräfte, denen das Kind ausgesetzt ist. Eltern können wenig falsch machen: Kinder­sitze mit Fang­tisch sind einfach zu hand­haben. Kind in den Sitz, Fang­tisch fest­schnallen, fertig.
    Daten­bank: Autokindersitze mit Fangtisch.
  • Hosen­trägergurt. Dieser Gurt ist in Babyschalen und Gruppe-I-Sitzen integriert. Er verläuft über Hüfte und Schulter und schließt am Bauch. Es gibt 3-Punkt- und 5-Punkt-Hosen­trägergurte. Beide Varianten sind höhen­verstell­bar. Probieren Sie den Hosen­trägergurt vor dem Kauf aus. Wählen Sie den Sitz, den Sie am besten anpassen können. Ziehen Sie den Hosen­trägergurt immer fest an. Faust­regel: Zwischen Kind und Gurt sollte nur eine flache Hand passen.
    Daten­bank: Autokindersitze mit Hosenträgergurt.
  • Stützfuß. Einige Kinder­sitze werden mit einem Stützfuß am Fahr­zeugboden abge­stützt. Er verhindert, dass der Kinder­sitz bei einem Aufprall nach vorne kippt. Achten Sie darauf, dass der Stützfuß nicht auf ein Staufach trifft. Solche Fächer im Fahr­zeugboden gibt es häufiger in Vans. Die Abdeckungen der Staufächer sind meist weniger stabil als der Fahr­zeugboden und stützen den Kinder­sitz nicht genügend ab. Fragen Sie beim Auto­hersteller nach.
  • Kopf­stütze entfernen. Kinder­sitze mit hoher Rückenlehne liegen oft besser am Auto­sitz an, wenn Sie die Auto­kopf­stütze umdrehen oder entfernen.
  • Komplett benutzen. Benutzen Sie den Kinder­sitz immer mit Rücken­teil und Kopf­stütze. Nur so fährt Ihr Kind wirk­lich sicher.

Schlecht: Hier schlabbert der Gurt

Auto­kinder­sitze im Test Test

Das ist gefähr­lich: Der Gurt sitzt zu locker und läuft über den Arm, nicht über die Schulter. Bei einem Unfall kann das Kind oben durch­rutschen und nach vorne schleudern. Das ist gefähr­lich. Im Extremfall vielleicht sogar tödlich.

Airbag abschalten!

  • Airbag abschalten. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag ab, wenn Sie auf dem Vordersitz einen rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz montieren. Der Airbag könnte das Kind erschlagen.
  • Airbag anschalten. Schalten Sie den Beifahrer-Airbag sofort wieder an, wenn Sie den rück­wärts­gerichteten Kinder­sitz entfernen. Lassen Sie den Airbag ange­schaltet, wenn Sie einen Kinder­sitz in Fahrt­richtung verwenden. Schieben Sie den Beifahrersitz in diesem Fall möglichst weit nach hinten, damit der Airbag das Kind zwar auffängt, nicht aber mit voller Wucht trifft.

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TestAuto­kinder­sitze im Test23.10.2018
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