Im Crash getestet

Sicher oder nicht: Das ist einem Kinder­sitz nicht anzu­sehen. Wie die Stiftung Warentest Kinder­autositze im Crashtest über­prüft, erfahren Sie hier.

Frontal­aufprall und Seiten­aufprall

Auto­kinder­sitze im Test Test

Kinder­sitz auf der Rück­bank der Crashtest-Karosse.

Ob ein Kinder­sitz bei einem Unfall gut schützt, kann man ihm nicht ansehen. Die Stiftung Warentest prüft die Sicherheit in aufwendigen Crashtests. Frontal­aufprall und Seiten­aufprall stehen auf dem Programm. Die Testbedingungen sind dabei für alle Kinder­sitze gleich. Bietet ein Kinder­sitz unterschiedliche Befestigungs­arten, zum Beispiel Isofix oder Drei­punkt­gurt, vorwärts- oder rück­wärts­gerichtet, mit oder ohne Basis, Rückenlehne mit Ruhepos­ition, dann führen die Tester eine entsprechende Anzahl von Crashtests für alle Varianten durch. Das gilt auch für unterschiedlich große Dummys zum Beispiel bei mitwachsenden Kinder­sitzen.

Crashtests in allen Monta­gearten

Das Test­urteil für den Unfall­schutz berechnet die Stiftung Warentest aus den Crashtest-Ergeb­nissen aller Befestigungs­arten. Lässt sich ein Sitz vorwärts- und rück­wärts­gerichtet montieren, muss er beide Crashtests mit Bravour über­stehen. Fällt er in einer der Monta­gearten durch, bekommt er ein entsprechend schlechtes Qualitäts­urteil. Über Ergeb­nisse von Isofix-Sitzen mit Universalbe­festigung – also mit dem Auto­gurt – wird im Test­kommentar berichtet.

Video: Immer wieder fallen Sitze spektakulär durch

Immer wieder fallen Kinder­sitze durch Schwächen im Unfall­schutz auf. Erstaunlich, dass die Hersteller immer noch Sitze auf den Markt bringen, die so wenig Sicherheit bieten. Was geschehen kann, wenn ein Sitz in Sachen Sicherheit versagt, zeigt unser Video in eindrucks­voller Weise. Hier löst sich ein Modell von seiner Basis und fliegt im hohen Bogen quer durch das Test­labor. In einem realen Unfall würde das nicht nur Lebens­gefahr fürs Kind bedeuten, sondern auch für vorne sitzende Erwachsene.

Der Recaro Optia & Smart Click Base und der Jané Grand versagen im Frontalcrash: Bei beiden Sitzen besteht ein hohes Verletzungs­risiko.

Mangel bei der Unfall­sicherheit

Die Testkarosse mit dem Kinder­sitz wird beim Front­aufprall auf 64 km/h beschleunigt. Dann prallt sie auf das Hindernis. Hoch­geschwindig­keits­kameras halten jede Bewegung fest: 1 000 Bilder pro Sekunde. Diese Video­sequenzen werden genau ausgewertet, falls es zu schlechten Test­ergeb­nissen kommt. Die extreme Zeitlupe lässt keinen Moment während des Aufpralls aus.

Gurt oder Fang­körper?

Babyschalen und Sitze für kleine Kinder sichern die Schutz­befohlenen entweder mit einem Drei- oder Fünf­punkt-Hosen­trägergurt, oder das Kind wird durch einen Fang­körper oder Fang­tisch, gehalten.

Fang­körper. Beim Unfall rollt das Kind über den gepols­terten Tisch ab. Bewegung und Polster mindern die Kräfte, denen das Kind ausgesetzt ist. Eltern können wenig falsch machen: Kinder­sitze mit Fang­tisch sind einfach zu hand­haben. Kind in den Sitz, Fang­tisch fest­schnallen, fertig.

Hosen­trägergurte. Sind auch nicht kompliziert, Kinder können das Gurt­schloss allerdings leicht öffnen. Die Gurte müssen aber fest angezogen werden, damit das Kind sicher sitzt. Eltern lassen hier oft zu viel Spiel oder verdrehen die Gurte. Anderer­seits müssen sich die Kinder an ihren Sitz gewöhnen. Sowohl Gurt­system als auch Fang­körper engen die Kinder ein. Damit sich die Kinder besser an ihren Sitz gewöhnen können sollte er ruhig schon zu Hause vor dem ersten Einsatz vom Nach­wuchs „in Besitz“ genommen werden.

Gute Babyschale für unter 100 Euro

Ein Licht­blick zeigt sich auch unter den Billigheimern: Es gibt mehrere Babyschalen für Säuglinge, die nicht nur gut abschneiden, sondern auch weniger also 100 Euro kosten. Sie bieten eine hohe Unfall­sicherheit, sind einfach zu handha­ben, und es gibt keine kritischen Schad­stoffmengen. Die Babyschalen eignen sich für Kinder bis etwa 15 Monate. Für die Kleinsten sollten sie aber unbe­dingt rück­wärts zur Fahrt­richtung montiert werden.

Der Kinder­autositz raubt Platz

Klar, die Sicherheit geht immer vor. Doch manch ein guter Sitz ist so breit, dass auf der Rück­bank nur zwei neben­einander passen. Die zweite Reihe ist damit belegt. Für ein drittes Kind oder einen Erwachsenen bleibt nur noch der Beifahrersitz. Die Stiftung Warentest hat das Platz­angebot in verschiedenen Autos untersucht. Details finden Sie im Produktfinder Autos und Kindersitze: Die besten Autos für Familien.

Gemein­sam und interna­tional

Crashtests sind aufwendig und teuer. Deshalb arbeitet die Stiftung Warentest hier nicht allein. Sie testet Auto­kinder­sitze unter anderem gemein­sam mit dem ADAC, dem österrei­chischen ÖAMTC und dem Schweizer TCS sowie Verbraucherschützern aus Belgien, Dänemark, England, Frank­reich, Italien, Nieder­landen, Portugal, Schweden und Spanien.

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TestAuto­kinder­sitze im Test22.05.2018
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